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Gesundheitsbehörden suchen Quelle der Häufung von Listerien-Fällen

In der Schweiz sind nach einer Häufung von Listeriose-Fällen zwei Menschen gestorben. Die Epidemie wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine gemeinsame Lebensmittelquelle zurückgeführt. Nach ihr wird nun gesucht.
In der Schweiz sind in den letzten Jahren immer wieder mit Listerien verseuchte Lebensmittel aus dem Verkauf zurückgerufen worden. Eine Epidemie gab es 2005 im Kanton Neuenburg wegen «Tomme»-Weichkäsen. Bereits damals starben zwei Menschen. (Bild: KEYSTONE/SANDRO CAMPARDO)

In der Schweiz sind in den letzten Jahren immer wieder mit Listerien verseuchte Lebensmittel aus dem Verkauf zurückgerufen worden. Eine Epidemie gab es 2005 im Kanton Neuenburg wegen «Tomme»-Weichkäsen. Bereits damals starben zwei Menschen. (Bild: KEYSTONE/SANDRO CAMPARDO)

(sda)

Seit Juni 2018 verzeichnet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine ungewöhnliche Häufung von Listeriose-Fällen des Serotyps 4b, wie die Gesundheitsbehörde in ihrem «Bulletin» vom Montag bekannt gab. Die Fälle würden eine enge Verwandtschaft miteinander aufweisen und könnten als zusammengehörend beurteilt werden.

Bisher hätten zwölf solcher Fälle identifiziert werden können. In einem Fall sei es zu einer Mutter-Kind-Übertragung gekommen. Betroffen waren Menschen in den sechs Kantonen Aargau, Neuenburg, Schwyz, Tessin, Wallis und Zürich. Zwei Menschen seien gestorben, bestätigte Daniel Koch, Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten im BAG am Montagabend einen Bericht von SRF online.

Das BAG hat nun in Absprache mit den Kantonen eine schweizweite Ausbruchsuntersuchung eingeleitet. Ziel ist es, die Infektionsquelle möglichst zu identifizieren und zu sanieren. Zudem hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die kantonalen Laboratorien in Bezug auf möglicherweise kontaminierte Lebensmittel informiert und sensibilisiert.

Wenn es in nächster Zeit noch weitere Fälle gebe, so bestehe aufgrund der damit möglichen Befragungen von Infizierten die Chance, die Quelle zu finden. «Andernfalls wird es schwierig», sagte Koch auf Anfrage weiter. Vielleicht handle es sich auch nur um eine vorübergehende Epidemie.

Auf Rohkost verzichten

Für Konsumentinnen und Konsumenten ist es gemäss BAG wichtig, eine gute Küchenhygiene zu pflegen und bei verderblichen Lebensmitteln auf das Haltbarkeitsdatum und die Lagertemperatur zu achten. Menschen mit einer schweren Krankheit beziehungsweise mit einem geschwächten Immunsystem sowie schwangere Frauen und Ältere sollten zudem Rohkost, rohes und halbgares Fleisch, rohen Fisch und Meerestiere, Weichkäse und Käse aus nicht pasteurisierter Milch meiden.

Listeriose ist eine seltene Infektionskrankheit, die durch ein Bakterium verursacht wird, das in der Umwelt überall vorkommt. Eine Übertragung erfolgt insbesondere durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel.

Tierische und pflanzliche Quelle möglich

Als Infektionsquellen kommen tierische Lebensmittel wie Fleisch, Wurstwaren, Fisch, Rohmilch und Milchprodukte, aber auch pflanzliche Lebensmittel wie vorgeschnittene Salate oder Früchte in Frage.

Die Inkubationszeit kann mit drei bis 70 Tagen sehr variabel sein. Während bei gesunden Menschen die Infektion meist asymptomatisch oder milde verläuft, ist bei immungeschwächten oder älteren Menschen ein schwerer Verlauf möglich. Bei schwangeren Frauen kann es auch Fehl-, Früh- oder Totgeburten geben.

In den letzten Jahren ist es auch in der Schweiz immer wieder zu Rückrufen von mit Listerien verseuchten Lebensmitteln gekommen. Für Aufsehen sorgten in der Vergangenheit vor allem grössere Ausbrüche, die auf den Genuss von Weichkäse zurückgeführt werden konnten.

So ist es 2005 im Kanton Neuenburg zu einer bedeutenden Listeriose-Epidemie gekommen, deren Ursprung in «Tomme»-Weichkäsen gefunden wurde. Damals mussten im Kanton zehn Menschen in Spitalpflege gebracht werden. Zudem starben zwei über 70-jährige Menschen und zwei Frauen erlitten eine Fehlgeburt.

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