Glückskette sammelt über 10 Millionen an einem Tag für Corona-Opfer

Am nationalen Solidaritätstag der Glückskette vom Donnerstag sind 10,22 Millionen Franken gesammelt worden. Die Spenden kommen Menschen in der Schweiz zugute, die wegen der Coronavirus-Pandemie von Armut oder Hunger bedroht sind.

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Kaum mehr Geld für den täglichen Einkauf: Die Corona-Krise bringt Menschen am Existenzminimum in akute Notlagen.

Kaum mehr Geld für den täglichen Einkauf: Die Corona-Krise bringt Menschen am Existenzminimum in akute Notlagen.

KEYSTONE/OBS/CARITAS SCHWEIZ
(sda)

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga eröffnete die Spendenaktion um sieben Uhr morgens auf Radio SRF1: «Wir brauchen Solidarität und Unterstützung, und es braucht auch Mittel und Organisationen, die den betroffenen Menschen in dieser Situation jetzt wirklich beistehen können», sagte sie gemäss einer Medienmitteilung der Glückskette.

Viele gute Taten

Der abschliessende Spendenstand vom Solidaritätstag lautet 10'223'803 Franken, wie die Glückskette am späten Donnerstagabend mitteilte.

Insgesamt kamen seit dem 23. März demnach ein Spendentotal von 27'756'151 Franken für Menschen zusammen, die besonders unter den gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Krise leiden. Davon wurden bisher rund sechs Millionen Franken für Soforthilfe, Überbrückungshilfe und Lebensmittelhilfe in der Schweiz ausbezahlt.

Die Hilfe läuft zum einen über Caritas Schweiz und das Schweizerische Rote Kreuz. Aber auch die Heilsarmee, Pro Infirmis, kantonale und interkantonale Pro Senectute-Organisationen, das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH, die Winterhilfe und die Dachorganisation der Frauenhäuser der Schweiz und Liechtenstein DAO konnten ihre Unterstützung für Menschen in Not ausbauen.

Weitere Projekte unterstützt

Darüber hinaus erhielten 28 Organisationen, die unter anderem Lebensmittelhilfe verteilen, finanzielle Unterstützung. Am Donnerstag startete die Hilfskette zudem einen weiteren Aufruf für Hilfsprojekte für Menschen, die wegen der Pandemie ihr Einkommen verloren haben.

Es handle sich dabei um Menschen mit einer informellen Beschäftigung oder einem informellen Status, wie zum Beispiel Hausangestellte, Fahrende, Sexarbeiterinnen oder Arbeiterinnen und Arbeiter ohne Rechtsstatus. Diese Menschen hätten sich vor der Krise noch selbst versorgen können.

Doch weil sie keinen Zugang zu Sozialversicherungen oder öffentlicher Hilfe haben und bereits zuvor unter prekären Umständen lebten, seien sie in der gegenwärtigen Situation völlig mittellos. Ohne Hilfe seien sie und ihre Kinder dem Risiko ausgesetzt, obdachlos zu werden, ohne Unterkunft oder Nahrung.

Die Sammlung wird von der SRG und einigen Privatradios in allen Landesteilen unterstützt. Es ist laut dem Communiqué der Glückskette vom Donnerstagabend die drittgrösste Sammlung für Hilfe in der Schweiz - nach Unwettern im Wallis sowie Tessin mit fast 80 Millionen Franken und Unwettern in der Zentralschweiz, im Berner Oberland und in Graubünden mit fast 50 Millionen Franken an Spenden.

www.glueckskette.ch