Grüne Maya Graf ist neue Baselbieter Ständerätin

Der Kanton Basel-Landschaft schickt mit Maya Graf (Grüne) erstmals eine Frau in den Ständerat. Die Nationalrätin erzielte in der Stichwahl 2093 Stimmen mehr als Daniela Schneeberger (FDP), die ebenfalls der grossen Kammer angehört.

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Maya Graf (Grüne) ist neue Ständerätin des Kantons Basel-Landschaft. Sie erzielte bei der Stichwahl 2093 Stimmen mehr als ihre Konkurrentin Daniela Schneeberger (FDP). (Bild: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

Maya Graf (Grüne) ist neue Ständerätin des Kantons Basel-Landschaft. Sie erzielte bei der Stichwahl 2093 Stimmen mehr als ihre Konkurrentin Daniela Schneeberger (FDP). (Bild: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

(sda)

Die 57-jährige Maya Graf machte im zweiten Wahlgang 32'581 Stimmen, ihre 52-jährige Konkurrentin Daniela Schneeberger (FDP) deren 30'488. Somit wird Maya Graf, die dem Nationalrat seit 2001 angehört und diesen als erste Grüne 2012/13 präsidierte, Nachfolgerin des Sozialdemokraten Claude Janiak. Der 71-Jährige war nach acht Jahren im National- und 12 Jahren im Ständerat nicht mehr angetreten.

Dass die Sozialdemokraten den einzigen Baselbieter Ständeratssitz verlieren, war schon am 20. Oktober nach dem ersten Wahlgang klar. SP-Nationalrat Eric Nussbaumer nahm sich aus dem Rennen, nachdem er hinter Graf und Schneeberger auf dem dritten Platz gelandet war.

Graf zeigte sich im Wahlforum in Liestal «sehr gerührt» darüber, dass sie als erste Frau den Kanton Basel-Landschaft im Ständerat vertreten wird. Ihre Wahl sei «eine Sensation» und sie freue sich sehr darüber, sagte Graf. Ihren Sieg führte Graf darauf zurück, dass die Baselbieter Bevölkerung wisse, wofür sie stehe - sie sei eine lösungsorientierte Politikerin mit einem grossem Netzwerk.

Für ihre Konkurrentin Daniela Schneeberger (FDP) war Graf nach dem ersten Wahlgang klar in der Favoritenrolle. Es sei schwierig gewesen, dies aufholen, sagte Schneeberger. Dennoch habe sie ein gutes Resultat erzielt. Schneeberger, die dem Nationalrat seit 2011 angehört, bezeichnete den Wahlkampf als «fair».

Florence Brenzikofer rückt nach

Im zweiten Wahlgang konnte die Sozialarbeiterin und Biobäuerin Graf auf die Unterstützung der SP und der EVP zählen. Auch diverse CVP-Exponenten sicherten ihr öffentlich ihren Support zu. Im ersten Wahlgang hatte Graf noch mit 22'986 Stimmen den zweiten Platz belegt. Ihre Konkurrentin Schneeberger lag damals mit 26'536 Stimmen an der Spitze.

Die Wahlbeteiligung betrug beim zweiten Wahlgang 35 Prozent. Da Graf nun in den Ständerat wechselt, wird die 44-jährige Landrätin und Sekundarlehrerin Florence Brenzikofer als Erstnachrückende ihren Sitz im Nationalrat übernehmen.

Damit besteht die Nationalratsdelegation des Kantons Basel-Landschaft weiterhin mehrheitlich aus Frauen. Mitsamt dem Ständerat beträgt der Frauenanteil der Baselbieter Deputation in der Bundesversammlung 75 Prozent.

Trotz ihrer Wahl in den Ständerat kann Maya Graf am 2. Dezember als amtsälteste Nationalrätin die 51. Legislatur mit einer Rede eröffnen. Da die Vereidigung im Ständerat erst zwei Stunden später stattfindet, ist das nach Auskunft der Parlamentsdienste kein Problem.

Mit der Wahl von Graf haben die Grünen Baselland ihren dritten Wahlerfolg im laufenden Jahr verbuchen können. Bei den Landratswahlen im März hatten die Grünen sechs zusätzliche Sitze gewonnen. Im Kantonsparlament sind sie nun mit 14 Sitzen vertreten. Bei den Nationalratswahlen vom 20. Oktober konnte die Partei zudem ihren Wähleranteil von 12,9 Prozent auf 16 Prozent erhöhen.