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Hunderte Bauarbeiter protestieren auf Berner Bahnhofbaustelle

Rund 700 Bauarbeitende haben sich am Donnerstagvormittag auf der Baustelle des Berner Bahnhofs versammelt, um gemeinsam für die Rente mit 60 und gegen gesundheitsgefährdende überlange Arbeitstage zu protestieren.
Auf der Grossbaustelle am Berner Bahnhof haben hunderte Bauarbeiter am Donnerstagmorgen gegen mögliche Verschlechterungen im Gesamtarbeitsvertrag protestiert. (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

Auf der Grossbaustelle am Berner Bahnhof haben hunderte Bauarbeiter am Donnerstagmorgen gegen mögliche Verschlechterungen im Gesamtarbeitsvertrag protestiert. (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

(sda)

Aufgerufen zur Protestaktion hatten die Gewerkschaften. Nach dem Tessin und der Romandie war dies die erste Protestaktion in der Deutschschweiz, wie die Gewerkschaften Unia und Syna am Donnerstag mitteilten.

Auf der grossen Berner Bahnhofbaustelle stand am Donnerstagvormittag die Arbeit still, aus Lautsprechern erklang Musik, Essen und Getränke wurden ausgegeben. Mit Fahnen und Transparenten machten die Teilnehmer der Protestaktion klar, wo sie der Schuh drückt. Kein Angriff auf die Rente ab 60 und keine überlangen Arbeitstage, so die Forderungen. Der Ausbau des Bahnhofs Bern ist aktuell eines der grossen Infrastrukturprojekte im Land.

Hintergrund der Proteste ist der per Ende Jahr auslaufende Landesmantelvertrag für das Bauhauptgewerbe (LMV). Der LMV ist der Gesamtarbeitsvertrag zwischen dem Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) und den Gewerkschaften Unia und Syna.

Die Fronten zwischen den Sozialpartnern sind seit Monaten verhärtet. Im Juni nahmen rund 18'000 Bauarbeiter an einer grossen Kundgebung in Zürich teil. Danach kam eine erste Teillösung zustande.

Damit sind die Bauarbeiter aber unzufrieden, weil die Arbeitgeber im Gegenzug für die Beibehaltung des Rentenalters 60 und eine Lohnerhöhung 300 flexible Arbeitsstunden verlangen. Diese sind in den Augen der Gewerkschaften ein Angriff auf die Gesundheit der Arbeitnehmenden und eine Verschlechterung des Landesmantelvertrags.

«Die Baumeister wollen den 12-Stundentag zur Norm machen. Das ist ein direkter Angriff auf die Gesundheit der Bauarbeiter», hielt Stefan Wüthrich, Leiter der Unia-Einheit Bern/Oberaargau-Emmental fest.

«Reine Erpressung»

Dabei sei eine Lösung zum Greifen nah, betonten die Gewerkschaften: Für die Sicherung der Rente ab 60 brauche es ein moderate Beitragserhöhung, die die Bauarbeitenden übernehmen würden, wenn sie dafür eine anständige Lohnerhöhung von 100 bis 150 Franken erhielten. Dass die Arbeitgeber dafür einen «massiven Einschnitt» beim Landesmantelvertrag verlangen, sei reine Erpressung.

«Die Gewerkschaften wollen eine Lösung, werden aber keiner Verschlechterung im Landesmantelvertrag zustimmen», betonte Guido Schluep, Branchenleiter Bau der Gewerkschaft Syna.

Kommende Woche stehen weitere Protestaktionen in der Waadt und der restlichen Deutschschweiz an.

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