Jeder dritte Covidcode wird nicht eingegeben

Seit dem 1. Juli haben 588 positiv getestete Personen den Covidcode in der heruntergeladenen App auf ihrem Mobiltelefon eingegeben. Ausgestellt wurden bis am 12. August jedoch 882 Codes. Damit wurde jeder dritte Code nicht benutzt.

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Wird eine Person positiv auf das Coronavirus getestet, erhält sie einen Code, den sie in der Swiss-Covid-App eingeben müsste. Oft wird das aber nicht gemacht.

Wird eine Person positiv auf das Coronavirus getestet, erhält sie einen Code, den sie in der Swiss-Covid-App eingeben müsste. Oft wird das aber nicht gemacht.

KEYSTONE/GAETAN BALLY
(sda)

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bestätigte am Samstag einen Artikel in der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ). Auf Anfrage gab es verschiedene Gründe an für die Diskrepanz zwischen der Anzahl ausgestellter Codes und den Eingaben in der App.

So könnten sich Patienten entscheiden, den Code nicht zu nutzen. Denn die Eingabe ist freiwillig. Patienten könnten auch die Eingabefrist von 24 Stunden verpasst haben und einen neuen Code anfordern, sie könnten den Code vergessen, den falschen notiert oder die Notiz verloren haben. Möglich sei auch, dass Mitarbeitende der kantonale Contact-Tracing-Organisationen Codes für Schulungszwecke generiert haben könnten.

Grundsätzlich sei im Interesse des BAG, dass positiv getestete Personen, die die App nutzten, den Covidcode so schnell wie möglich erhielten. Denn es sei Sinn und Zweck der App, dass Personen, die einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt waren, so schnell wie möglich gewarnt würden.

Normalerweise würden positive Laborbefunde den kantonsärztlichen Diensten innerhalb von zwei Stunden gemeldet. Und diese kontaktierten dann die Patienten so schnell wie möglich. Trotzdem könne es zu Verzögerungen kommen, wenn zum Beispiel die Telefonnummer des Patienten nicht auf der Labormeldung sei.

Die App war am 25. Juni lanciert worden. Mit dem Covidcode werden alle anderen App-Nutzer alarmiert, die sich in den vergangenen Tagen während mehr als 15 Minuten in der Nähe des oder der Infizierten aufgehalten hatten. Aufgrund des dezentralen Aufbaus der App - Privacy by Design - kann das BAG nicht sagen, wie viele Warnungen ausgelöst wurden und wie viele Personen sich danach in Quarantäne begaben.