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Neue Studie: Jugendliche werden im Netz zunehmend sexuell belästigt

Jugendliche werden immer häufiger online von Fremden mit unerwünschten sexuellen Absichten kontaktiert. Ein Drittel der Teilnehmenden einer Umfrage gab an, schon einmal eine solche Kontaktaufnahme erlebt zu haben.
Das mobile Online-Leben hat nicht nur schöne Seiten: Ein Drittel der Jugendlichen wurde einer Umfrage zufolge schon von Fremden mit unerwünschten sexuellen Absichten kontaktiert. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Das mobile Online-Leben hat nicht nur schöne Seiten: Ein Drittel der Jugendlichen wurde einer Umfrage zufolge schon von Fremden mit unerwünschten sexuellen Absichten kontaktiert. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

(sda)

In den letzten vier Jahren hat das sogenannte «Cybergrooming» markant zugenommen. Zu diesem Schluss kommt eine Befragung von rund 1000 Jugendlichen in der Schweiz zwischen 12 und 19 Jahren im Zuge der «James»-Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und Swisscom.

30 Prozent der Befragten gab an, schon einmal online von einer Person mit unerwünschten sexuellen Absichten kontaktiert worden zu sein. 2014 waren es noch 19 Prozent. Unter den 18- bis 19-Jährigen lag der Anteil sogar bei 43 Prozent, wie der Studie zu entnehmen ist. Aber auch 13 Prozent der 12- bis 13-Jährige waren schon einmal von Cybergrooming betroffen.

Hier müsse deshalb früh Aufklärungsarbeit geleistet und Jugendliche müssten im Umgang mit solchen Kontaktaufnahmen unterstützt werden, liess sich Michael In Albon, Jugendschutzbeauftragter bei Swisscom, in der gemeinsamen Mitteilung von ZHAW und Swisscom vom Freitag zitieren.

Instagram wichtiger als Facebook

Die «James»-Studie (Jugend, Aktivität, Medien - Erhebung Schweiz) zeigt auch, dass Jugendliche zwar in sozialen Netzwerken angemeldet sind, aber in erster Linie passiv Fotos, Videos oder Texte von anderen anschauen und «liken». Drei Viertel chatten auch über die sozialen Netzwerke. Weniger als die Hälfte postet regelmässig selbst Bilder, Filme oder Textbeiträge.

Instagram und Snapchat haben dabei Facebook den Rang abgelaufen: 87 beziehungsweise 86 Prozent der Befragten haben einen Account bei Instagram oder Snapchat. Drei von vier Jugendlichen nutzen diese Netzwerke täglich. Nur noch rund ein Fünftel ist mehrmals pro Woche auf Facebook, während es 2014 noch vier Fünftel waren.

Zudem scheinen Jugendliche vorsichtiger geworden zu sein mit dem, was sie online von sich preisgeben: Drei Viertel der Befragten hat die Privatsphären-Einstellungen in den sozialen Netzwerken so gewählt, dass Fotos und Videos nur bestimmten Personen angezeigt werden. Zudem nutzt eine Vielzahl die Möglichkeit, zeitlich begrenzte Beiträge zu posten, die wieder verschwinden.

Mediennutzung vermehrt per Streaming

Ein weiterer Trend, den die James-Studie zeigt, ist dass Streaming-Angebote für Video wie Netflix und für Musik wie Spotify die Mediennutzung von Jugendlichen immer stärker prägen.

Mehr als die Hälfte der Haushalte mit Jugendlichen verfügt demnach über Abonnements, um Filme oder Musik zu streamen. 33 Prozent der Befragten haben einen eigenen Zugang zu Video-Streaming, 35 Prozent zu Musik-Streaming. In den vergangenen beiden Jahren hat sich der Anteil mit diesen beiden Abotypen laut der Studie verdoppelt.

Dieser Trend schlägt sich bei den Abspielgeräten wider: Während 99 Prozent der Jugendlichen ein Smartphone besitzen, ist der Anteil mit MP3-Player, CD-/DVD-Player oder mobiler Spielkonsole rückläufig.

Rückzug ins Häusliche

Jenseits der Mediennutzung scheinen sich Jugendliche in ihrer Freizeit vermehrt auf die Familie zu fokussieren und sich etwas weniger mit Freunden zu treffen.

Unternahmen gemäss der «James»-Studie von 2010 noch 16 Prozent mehrmals pro Woche etwas mit der Familie, waren es 2018 schon 27 Prozent. Der Anteil der Jugendlichen, die mehrmals pro Woche Freunde treffen, ging in diesem Zeitraum von 81 auf 70 Prozent zurück.

«Die Familie gewinnt gegenüber dem Freundeskreis an Bedeutung», kommentierte ZHAW-Forscher Daniel Süss. Dies entspreche dem gesellschaftlichen Trend des «Social Cocooning», dem vermehrten Rückzug ins häusliche Privatleben als eine Art Gegentrend auf ein vermeintlich unsicheres Weltgefühl.

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