Kirchturmbrand in Herzogenbuchsee geht in die Millionen

Ausgerechnet an Heiligabend ist der Turm der reformierten Kirche im bernischen Herzogenbuchsee in Brand geraten. 24 Stunden nach Ausbruch des Feuers laufen die aufwendigen Aufräumarbeiten. Erste Schätzungen gehen von einem Schaden von über einer Million Franken aus.

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Über achtzig Angehörige von mehreren Feuerwehren waren am Dienstagmorgen ausgerückt, um den Brand im Turm der reformierten Kirche in Herzogenbuchsee BE zu löschen.
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In diesem Kirchturm brach am Dienstagmorgen Feuer aus.
Am Weihnachtstag wurde der Schaden sichtbar: Der Spitze der Kirche fehlt, es klafft ein Loch im Kirchenschiff.
Drohnenbilder zeigen das ganze Ausmass des Brandes: Der Sachschaden geht laut den Behörden in die Millionen.
Feuerwehrleute schauen sich die abgebrannte Spitze des Kirchturms aus einem Kran an.

Über achtzig Angehörige von mehreren Feuerwehren waren am Dienstagmorgen ausgerückt, um den Brand im Turm der reformierten Kirche in Herzogenbuchsee BE zu löschen.

KEYSTONE/k_sim
(sda)

Am Mittwochmorgen gab die Kantonspolizei Bern bekannt, dass der zweite Brand in der Kirche gelöscht sei. Eine Brandwache sei installiert worden. Nun liefen Ermittlungen zur Brandursache sowie die Aufräumarbeiten. «Diese dürften einige Zeit in Anspruch nehmen.»

Am späten Dienstagabend war ein Teil der Dachkonstruktion eingestürzt und hatte ein Loch ins Kirchenschiff gerissen. Die stark beschädigte Kirche bleibt bis auf weiteres weiträumig abgesperrt. Weitere Teile des Kupferdachs könnten herunterfallen. Dies sagte der Regierungsstatthalter des Verwaltungskreises Oberaargau, Marc Häusler.

Es werde nun versucht, die übriggebliebenen Blechteile des demolierten Kupferdachs wegzubringen. Danach würden die Resten des Kirchenspitzes demontiert und schliesslich mit den Sanierungsarbeiten begonnen.

Kupferdach bereitet Probleme

Ausser einem Feuerwehrmann, der während des stundenlangen Einsatzes vor Ort medizinisch versorgt worden war, wurden laut der Polizei keine weiteren Personen verletzt. Die Bewohner der beiden vorübergehend evakuierten Häuser hätten mittlerweile wieder in ihre Häuser zurückkehren können.

Regierungsstatthalter Häusler äusserte sich auf Anfrage von Keystone-SDA auch zu den Gründen, weshalb das Feuer die Leute so lange in Atem gehalten hatte: «Das Problem war, dass die Flammen im Kirchenspitz nicht bekämpft werden konnten.» Die Einsatzkräfte hätten kaum Löcher durch das Kupfer bohren können, um Wasser ins Innere zu befördern. Deshalb habe man schliesslich entschieden, den Kirchturm ausbrennen zu lassen.

«Unglücklicherweise stürzte ein Teil des Turms auf das Kirchenschiff herunter», sagte Häusler. Dadurch sei das Dach der im Jahr 1728 erbauten Kirche beschädigt worden. Es liege Schutt auf dem Zwischenboden, in der Kirche selbst befinde sich Wasser von den Löscharbeiten. «Aber die Decke hält momentan, es sieht nicht schlecht aus.»

Enge Platzverhältnisse

Über achtzig Angehörige von mehreren Feuerwehren waren am Dienstagmorgen ausgerückt, um den Brand im Turm der reformierten Kirche zu löschen. Der Notruf war um kurz nach acht Uhr eingegangen. Gegen Mittag war das Feuer zwar unter Kontrolle. Am Abend geriet der Turm dann erneut in Brand.

Die Löscharbeiten hatten sich auch wegen der räumlichen Verhältnisse rund um die Kirche schwierig gestaltet. So war der Platz eng. Beispielsweise habe eine Autodrehleiter nicht direkt vor den Turm gestellt werden können, sagte ein Mediensprecher der Polizei am Dienstag.

Nebst der Feuerwehr, der Sanität und der Polizei waren auch Angehörige des Zivilschutzes aufgeboten worden. Sie brachten vereinzelt schützenswerte Kulturgüter aus dem Innern der Kirche in Sicherheit. Die Weihnachtsfeierlichkeiten wurden örtlich verschoben.