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Klimaerwärmung lässt Reis im Dreiseenland gedeihen

Durch die Klimaerwärmung wird der Anbau neuer Nutzpflanzen möglich. Dazu gehören etwa Süsskartoffeln, Quinoa oder Reis. Am Broyekanal im Kanton Freiburg ist im Rahmen eines Pilotversuchs Reis angepflanzt worden.
Das Reisfeld muss völlig ausnivelliert sein, damit der Wasserstand konstant bleibt. (Bild: Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)Das Reisfeld muss völlig ausnivelliert sein, damit der Wasserstand konstant bleibt. (Bild: Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
Das Wetter der kommenden Tage wird entscheidend sein für die Reisernte im Herbst. Aktuell blüht der Reis. Der Wind kann die Pollen nur bei trockenem Wetter optimal transportieren. (Bild: Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)Das Wetter der kommenden Tage wird entscheidend sein für die Reisernte im Herbst. Aktuell blüht der Reis. Der Wind kann die Pollen nur bei trockenem Wetter optimal transportieren. (Bild: Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
Reiskulturen schaffen Feuchtgebiete, die für die Biodiversität wichtig sind. (Bild: Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)Reiskulturen schaffen Feuchtgebiete, die für die Biodiversität wichtig sind. (Bild: Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
Unkraut muss von Hand gejätet werden. Das verursacht Kosten. (Bild: Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)Unkraut muss von Hand gejätet werden. Das verursacht Kosten. (Bild: Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
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Klimaerwärmung lässt Reis im Dreiseenland gedeihen

(sda)

«Wenn sich das Klima weiter verändert, ist es möglich, dass der Reis dereinst andere Kulturen ersetzen wird», ist Agraringenieur Léandre Guillod überzeugt. Der Gemüsebauer macht mit seiner Familie die Probe aufs Exempel.

Auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern hat er am Broyekanal ein Reisfeld überschwemmt. Das Wasser, um das Feld zu fluten, pumpt Guillod aus dem Kanal hoch.

«Es ist ein Versuch. Vielleicht werden wir gar nichts ernten», sagt Guillod gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Hitzewellen im Sommer hätten den Rückstand der Kultur durch die Kälteperiode im Frühling nicht wettmachen können.

Warmes, trockenes Wetter

Momentan befindet sich die Reiskultur in einer entscheidenden Phase. Der Reis blüht und braucht gutes und heisses Wetter, damit der Wind die Pollen weitertragen kann. Ist es hingegen feucht, fliegen die Pollen weniger gut. Dazu kommt laut Guillod, dass das Wasser für das Reisfeld nicht kälter als 20 Grad sein sollte.

«Selbst im traditionellen Reisanbaugebiet der Camargue in Südfrankreich kann eine Woche schlechten Wetters die Hälfte der Ernte vernichten», weiss der Agraringenieur.

Mit dem wegen der Frühjahrskälte eingehandelten Rückstand von rund einem Monat dürfte die Reisernte ab Mitte Oktober starten. Bei optimalen Bedingungen erwartet Guillod rund eine Tonne Reis.

Zum Vergleich: im Tessin, der bislang einzigen Region mit Reisanbau in der Schweiz, werden pro Jahr rund 450 Tonnen geerntet. Allerdings wird dort der Reis trocken angebaut, wie Weizen.

Potenzial erkannt

Rund 60'000 Tonnen Reis importiert die Schweiz jährlich. Guillod sieht deshalb in einheimischem Reis durchaus Potenzial.

Für ein Reisfeld braucht es eine absolut ebene Fläche, denn nur so funktioniert die Bewässerung. Guillod verfügt über das notwendige technische Know-How und teilt dieses auch der Interessengemeinschaft Nassreis, an der auch das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftlich Forschung (Agroscope) beteiligt ist.

Die Interessengemeinschaft unterstützt im Gegenzug das Pilotprojekt am Broyekanal und übernimmt Kosten für die Nivellierung des Feldes und für das Saatgut.

Die Interessengemeinschaft hat bereits Erfahrung gesammelt mit Reis und hat unter anderem Versuche in Witzwil BE, in der Region Biel, im Waadtland und im Aargauischen durchgeführt.

Zahlreiche Untersuchungen werden das Pilotprojekt am Broyekanal begleiten, darunter auch eine Studie zur Artenvielfalt von Tieren im Reisfeld. Denn: in der Schweiz werden Feuchtstandorte immer rarer. «Diese sind aber wichtig für die Biodiversität», sagt Guillod und zeigt dabei auf Libellen und Frösche im Feuchtacker.

Quinoa am Mont-Gibloux

Andere Bauern in der Westschweiz versuchen sich am Anbau von Quinoa. Eine der grössten Herausforderungen dabei ist das Unkraut. «Die Felder müssen von Hand gejätet werden», wie Samuel Chassot, Bauer am Fuss des Mont-Gibloux im Kanton Freiburg erklärt.

Quinoa, das ursprünglich in den Anden angebaut wurde, verträgt laut Chassot Hitze und Trockenheit gut. «Wir bauen nun schon das dritte Jahr an und erwarten eine gute Ernte», fügt Chassot an. Er verkauft sein Quinoa rentabel direkt ab Hof.

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