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Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert im Original: Bundesrat Alain Berset eröffnet neue Ausstellung in St. Gallen

Der berühmte St. Galler Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert wird erstmals im Original der Öffentlichkeit gezeigt. Das Exponat erhält einen eigenen Ausstellungsraum am Klosterhof unweit der Stiftbibliothek.
(sda)

Der Klosterplan aus dem frühen Mittelalter bildet den Mittelpunkt der neuen Dauerausstellung in einem Seitenflügel unweit der St. Galler Stiftbibliothek. Bisher war in der Stiftsbibliothek lediglich ein Faksimile des Klosterplans zu sehen.

Berset liess sich von Stiftarchivar Peter Erhart und Stiftsbibliothekar Cornel Dora durch den nur spärlich beleuchteten Ausstellungsraum führen. Der Bundesrat zeigte sich fasziniert von der Aura des originalen Kunstwerks - «auch und vielleicht gerade im Zeitalter der digitalen Reproduzierbarkeit».

Berset unterstrich die überragende Rolle der früheren Abtei St. Gallen, die «zu den ältesten Zentren der Schriftkultur und Horten der Schriftlichkeit in Europa und der alten Welt» gehört habe. Vom Klosterplan könne man heute noch etwas lernen: Wichtig sei «die Idee, der Anstoss, das Vorwärtsdenken».

Nur 20 Sekunden

Das 112 auf 77,5 Zentimeter grosse Pergament mit der frühesten Darstellung eines Klosterbezirks aus dem Mittelalter kann nach einer einführenden Multimediaschau in einem abgedunkelten Raum im Original betrachtet werden. Aber jeweils nur für 20 Sekunden, denn das Dokument darf nicht zu stark dem Licht ausgesetzt werden.

Der gut erhaltene Plan gibt einen Einblick in nahezu alle Bereiche des klösterlichen Lebens, in die Planung von Bauwerken und die Architektur vor 1200 Jahren. Bisher bekam das Publikum in der Stiftsbibliothek nur ein Faksimile zu Gesicht. Die neue Ausstellung umfasst neben dem Original-Klosterplan weitere Schätze des Stiftsarchivs.

Ein Modell des St. Galler Klosters, links, und eine Projektion des Planes, in der Ausstellung «Das Wunder der Überlieferung – Der St.Galler Klosterplan und Europa im frühen Mittelalter» in St. Gallen. (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Ein Modell des St. Galler Klosters, links, und eine Projektion des Planes, in der Ausstellung «Das Wunder der Überlieferung – Der St.Galler Klosterplan und Europa im frühen Mittelalter» in St. Gallen. (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Bibliothek von Weltrang

Der St. Galler Stiftsbezirk gehört zu den monumentalen Klosterbauten des Barocks. Herzstück bildet die Stiftsbibliothek, die als eine der ältesten und schönsten Bibliotheken der Welt gilt und jährlich von rund 130'000 Personen besucht wird. Der Bestand umfasst 170'000 Bücher und 2000 Originalhandschriften aus dem Mittelalter.

An keinem anderen Ort Europas sind frühmittelalterliche Handschriften und Urkunden in vergleichbarer Dichte erhalten. Daher gehört der Stiftsbezirk seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe. In den vergangenen Jahren wurde der Stiftsbezirk mit seinen Ausstellungen neu ausgerichtet.

Am Samstag ist die Bevölkerung zu einem «Tag der offenen Türen» mit halbstündlichen Führungen eingeladen. Dazu gehören, in Anlehnung an das einstige Skriptorium des Klosters, auch Workshops in Kalligrafie, Lesungen sowie Darbietungen von Gregorianischen Gesängen.

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