Krankenkassenprämien steigen im Mittel um 0,5 Prozent

Die Krankenkassenprämien steigen im nächsten Jahr im Mittel um 0,5 Prozent. Je nach Kanton können die Durchschnittsprämien allerdings um 2,1 Prozent ansteigen, oder aber um 1,6 Prozent tiefer ausfallen. Die Auswirkungen der Coronakrise sind noch unklar.

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(sda)

Der Anstieg falle im Vergleich zum Mittel der letzten Jahre tief aus, heisst es in einer Mitteilung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) vom Dienstag. Allerdings war die Prämienerhöhung im laufenden Jahr mit 0,2 Prozent noch tiefer ausgefallen.

Seit 2010 ist die mittlere Prämie im Durchschnitt jährlich um 3,2 Prozent angestiegen, seit Inkrafttreten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 1996 betrug die jährliche Erhöhung sogar 3,7 Prozent.

Sinkende oder stabile Prämien in 9 Kantonen

Die mittlere Prämie für Erwachsene (375.40 Franken) und jugendliche Erwachsene (265.60 Franken) erhöht sich leicht im Vergleich zum vergangenen Jahr, nämlich um 0,4 Prozent. Die Prämie für Kinder dagegen sinkt leicht um 0,1 Prozent und beträgt 99.70 Franken.

In den neun Kantonen AG, AI, AR, BS, NE, OW, SH, SZ und ZH liegen die durchschnittlichen Anpassungen der mittleren Prämie unter oder bei null Prozent. In den zehn Kantonen BE, FR, GE GL, GR, SG, SO, UR, VD und ZG beträgt die Erhöhung zwischen null und einem Prozent. In den übrigen sieben Kantonen BL, JU, LU, NW, TG, TI und VS liegt der Anstieg höher als ein Prozent.

Den höchsten Anstieg der durchschnittlichen Prämie verzeichnet laut den BAG-Zahlen das Tessin mit 2,1 Prozent, gefolgt vom Jura mit 2,0 Prozent und dem Wallis mit 1,6 Prozent. In den Deutschschweizer Kantonen verzeichnet der Kanton Luzern mit 1,4 Prozent gefolgt von den Kantonen Basel-Landschaft und mit 1,3 Prozent und Thurgau mit 1,2 Prozent den höchsten Zuwachs.

Bei den Kantonen mit sinkenden Prämien liegt Appenzell-Innerrhoden mit einem Minus von 1,6 Prozent an der Spitze gefolgt vom Kanton Zürich mit Minus 0,7 Prozent. Im Kanton Neuenburg sinkt die mittlere Prämie um 0,2 Prozent und in den Kantonen Aargau, Obwalden, Schaffhausen und Schwyz je um 0,1 Prozent. Stabil bleiben die Prämien in Appenzell-Ausserrhoden und Basel-Stadt.

Auswirkungen von Corona ungewiss

Die Prämien für 2021 werden laut dem BAG so berechnet, dass sie die geschätzten Kosten im Jahr 2021 decken. Noch nicht ermitteln liessen sich die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Kosten im laufenden Jahr. Es bestünden noch viele Unsicherheiten und es sei noch zu früh, um die effektiven Kosten abzuschätzen, heisst es. Sollten die Leistungskosten im laufenden Jahr höher oder tiefer ausfallen, als sie bei der Festlegung der Prämien geschätzt wurden, so verändere sich die Höhe der Reserven entsprechend.

Die Krankenversicherungsprämien stellen nach Einschätzung des BAG eine immer grössere Belastung für die Haushalte dar. Aufgrund der demografischen Entwicklung und des medizinisch-technischen Fortschritts steigen die Kosten im Gesundheitswesen auch in Zukunft weiter an, wie das BAG weiter schreibt.

Ziel des Bundesrates sei es, dass die Kosten nur in einem medizinisch begründbaren Umfang steigen. Er hat im vergangenen Jahr ein erstes Paket mit neun Massnahmen zur Eindämmung der Gesundheitskosten verabschiedet. Dieses ist derzeit in Beratung im Parlament. Im vergangenen August hat der Bundesrat ein zweites Massnahmenpaket in die Vernehmlassung geschickt, dessen Sparpotenzial auf eine Milliarde Franken geschätzt wird.