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Lauber will auch bei Disziplinarverfahren wieder kandidieren

Bundesanwalt Michael Lauber will auch im Falle eines Disziplinarverfahrens gegen ihn seine Wiederkandidatur nicht zurückziehen. An ein drittes Treffen mit Fifa-Chef Infantino will er sich nicht erinnern, auch wenn es offensichtlich stattgefunden habe.
Bundesanwalt Michael Lauber steht wenige Wochen vor seiner Bestätigungswahl durch das Parlament in der Kritik. (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

Bundesanwalt Michael Lauber steht wenige Wochen vor seiner Bestätigungswahl durch das Parlament in der Kritik. (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

(sda)

«Nein, ich bin überzeugt, dass das eine Situation ist, die ich meistern muss und erklären kann, wie das passiert ist», sagte Lauber in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF zur Frage, ob er seine Kandidatur für eine dritte Amtsperiode zurückziehen werde. Daran werde auch ein Disziplinarverfahren gegen ihn nichts ändern.

Dass er ein drittes Treffen mit Fifa-Chef Gianni Infantino verschwiegen haben soll, weist Lauber von sich. «Wir gehen davon aus - aufgrund von internen Papieren, die wir gesichtet haben, wie Agendaeinträge und SMS, dass es das gegeben hat», sagte Lauber. «Davon müssen wir ausgehen. Das haben wir auch der Oberaufsicht gesagt. Ich erinnere mich aber nicht an das Treffen», sagte Lauber.

Als Erklärung fügte er an, dass er sich beispielsweise an das zweite Treffen nur erinnere, weil er damals mehrmals habe den Zug wechseln müssen und deshalb viel zu spät angekommen sei. Solche Treffen seien für ihn «courant normal».

«Nie verfahrensrelevant»

Es gehe auch immer um das Gleiche, die Datenaufbereitung, die Einordnung und die Bitte um Mitarbeit. Aber auch um die Frage, wie er institutionell zur Unterstützung eines Verfahrens beitragen könne. Solche Treffen seien auch nie verfahrensrelevant, wenn er dabei sei, sagte Lauber weiter.

Lauber warf die Frage auf, was denn die Plausibilität oder die Motivation sei, wenn man ihm unterstelle, er lüge oder verschweige etwas. «Ich kann nur sagen, was ich weiss», sagte er weiter. «Ich lüge nicht. Das sind Behauptungen. Und die weise ich in aller Form zurück», sagte er weiter. Lauber verwies auch darauf, dass Infantino «in keiner Sekunde» Verfahrensbeteiligter oder Beschuldigter gewesen sei.

Entscheide noch in diesem Jahr

Als weitere Probleme in den Verfahren der Bundesanwaltschaft im ganzen Fussballkomplex sprach er Befangenheitsanträge sowie die Verjährungsproblematik an. Dieses Jahr werde die Bundesanwaltschaft entscheiden müssen, ob es zu Anklagen kommen werde oder nicht.

Dabei müsse immer auch priorisiert werden. Vieles müsse beiseite gelassen werden. Auch prominente Namen würden dabei keine Rolle spielen. Entscheidend sei die Aktenlage, ob sie ausreichend sei für eine Anklage oder einen Strafbefehl.

Die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft (AB-BA) prüft derzeit, ob eine Disziplinaruntersuchung gegen Bundesanwalt Lauber eingeleitet werden soll. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob das dritte Treffen mit Infantino tatsächlich stattgefunden hat und warum Lauber dies verheimlicht oder nicht bekannt gegeben hat.

Die Aufsichtsbehörde hatte Lauber bereits gerügt, weil er Treffen wie jene mit Infantino nicht protokolliert hatte. Die Bundesanwaltschaft will dies künftig tun.

Fifa betont Kooperationswillen

Die Fifa reagierte am Samstagabend auf den Wirbel um Lauber, indem sie in einer Mitteilung an die Medien ihre Kooperationsbereitschaft mit der Justiz hervorstrich.

«Die Schweizer Behörden haben derzeit eine grosse Anzahl Ermittlungen zu den Ereignissen in der FIFA, bevor Gianni Infantino Präsident wurde», heisst es dort. Und: «Die FIFA ist an den Ergebnissen dieser Untersuchungen als Geschädigter und/oder als Kläger interessiert.» Sie wünsche sich, dass «die Personen, die der Organisation geschadet haben, ordnungsgemäss zur Rechenschaft gezogen werden».

Die Tatsache, dass der Fifa-Präsident den Bundesanwalt «in öffentlichen Lokalen und in völliger Transparenz getroffen» habe, um diese Angelegenheiten zu besprechen, sei Beispiel für die Bereitschaft der Fifa zur Zusammenarbeit und zur vollen Unterstützung der Arbeit der Bundesanwaltschaft.

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