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Laufental wechselte vor 25 Jahren den Kanton - Lehren für Moutier

Vor 25 Jahren hat das Laufental den Kanton gewechselt: Seit 1. Januar 1994 gehört die einst bernische Region zum Kanton Basel-Landschaft. Das ist lange her - und doch ist die Geschichte wegen Moutier brandaktuell.
Die Baselbieter Regierung lädt alle Bürgerinnen und Bürger des Laufentals zu einem Neujahrsapéro in Laufen ein. (Achivbild) (Bild: KEYSTONE/MICHAEL WUERTENBERG)
Per 1. Januar 1994 wechselt der Bezirk Laufen von Bern zum Kanton Basel-Landschaft. Die Anschlussbefürworter feiern diesen Schritt in der Neujahrsnacht im Gymnasium Laufen. (Bild: KEYSTONE/MICHAEL KUPFERSCHMIDT)
Am 22. Januar 1994 beginnt für 8500 Fahrzeughalter der Umtausch der Kontrollschilder auf dem Posten der Kantonspolizei. (Bild: KEYSTONE/MICHAEL WUERTENBERG)
Ein pro-Bern und ein pro-Basel-Landschaft Plakat im Vorfeld der Abstimmung 1989. (Bild: KEYSTONE/STR)
Eine Ansicht der Ortschaft Laufen, aufgenommen im Jahr 1980, zur Zeit, als sich für Laufen und das Laufental die Frage stellt, ob die Exklave beim Kanton Bern verbleiben oder sich einem Nachbarkanton anschliessen soll. (Bild: KEYSTONE/STR)
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Laufental wechselte vor 25 Jahren den Kanton - Lehren für Moutier

(sda)

«Vo Schönebuech bis Ammel, vom Bölche bis zum Rhy ...»: Aus 800 Kehlen ertönte das Lied in der Turnhalle des Gymnasiums Laufen. Dann folgten zwölf Glockenschläge - das Jahr 1994 hatte begonnen. «Was bernisch gewesen war, wurde in dieser Sekunde basellandschaftlich», schrieb die Berichterstatterin der «Basler Zeitung».

Vor dem Amthaus in Laufen wurde nach Mitternacht die Baselbieter Fahne gehisst - nicht zur Freude aller. Für die nicht unbedeutende Minderheit von Berntreuen war es ein trauriger Tag, als der Bezirk den Kanton Bern nach 179 gemeinsamen Jahren verliess.

Geographisch wie historisch gehörte das Laufental seit jeher zur Region Basel. Doch am Wiener Kongress von 1815 wurde es zusammen mit sechs jurassischen Bezirken des Bistums Basel dem Kanton Bern zugeschlagen. Als 1979 der Kanton Jura entstand, wurde das Laufental zur bernischen Exklave.

Die folgenden Jahre wurden für den Bezirk mit seinen 15'000 Einwohnern zur Zerreissprobe. 1983 lehnte das Laufental einen Wechsel zu Baselland mit 56,7 Prozent der Stimmen ab. Der Fall schien erledigt.

Heimliche Gelder aus Bern

Doch fünf Jahre später erklärte das Bundesgericht den Urnengang für ungültig. Die Berner Regierung hatte heimliche Zahlungen an die Aktion Bernisches Laufental geleistet, was in Zusammenhang mit der Berner Finanzaffäre aufgeflogen war.

1989 sprach sich das Laufental mit 51,7 Prozent für den Kantonswechsel aus, dies bei einer Stimmbeteiligung von 93,6 Prozent. Der Kanton Basel-Landschaft sagte 1991 ebenfalls Ja. Das letzte Wort hatte das Schweizer Volk: Mit Dreiviertels-Mehrheit gab der Souverän 1993 den Segen zum Kantonswechsel.

Berntreue gibt es im Laufental immer noch, aber organisiert sind sie nicht mehr. Die Vereinigung Berntreuer Laufentaler (VBL) löste sich 2015 auf. Zwei ehemalige Präsidenten erinnerten sich am Samstag in der «Berner Zeitung» an die bewegten Jahre und äusserten sich auch zum Fall Moutier. Im bernjurassischen Städtchen streiten Projurassier und Berntreue weiterhin über die Kantonszugehörigkeit.

Blick nach Moutier

Hans Herter warnte die Projurassier vor falschen Erwartungen: «Glaubt nicht, was euch der neue Kanton alles verspricht, es wird nicht erfüllt.» Guido Karrer wandte sich an die Berntreuen in Moutier: «Der Kanton Bern wird euch nicht entschlossen verteidigen, weil er sich seit den illegalen Zahlungen nicht mehr traut.»

Herter wies auch darauf hin, dass der ideologisch gefärbte Zugehörigkeitskampf eine Region stagnieren lasse: «Alles andere bleibt dann liegen.»

Aus Sicht der beiden berntreuen Laufentaler kann nur die Zeit die Gräben zuschütten. Das aber könne dauern, sagten sie der BZ. Mindestens 25 Jahre wie im Laufental - bis eine Generation von der nächsten abgelöst wird.

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