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Lucky - ein Militärpferd im Rampenlicht der Puccini-Oper «Edgar»

Ein Bauer, ein pensioniertes Militärpferd und ein historischer Leichenwagen auf der Opernbühne: Anton Hugentobler und «Lucky» haben in Giacomo Puccinis «Edgar» auf dem St. Galler Klosterplatz einen ungewöhnlichen Auftritt.
Anton Hugentobler mit Pferd «Lucky» und historischem Leichenwagen vor einer Probe zur Oper «Edgar» von Giacomo Puccini auf dem St. Galler Klosterplatz (Bild: Michael Nyffenegger/sda)

Anton Hugentobler mit Pferd «Lucky» und historischem Leichenwagen vor einer Probe zur Oper «Edgar» von Giacomo Puccini auf dem St. Galler Klosterplatz (Bild: Michael Nyffenegger/sda)

(sda)

Die abendliche Probe zu den St. Galler Festspielen beginnt in einer halben Stunde. Landwirt Anton Hugentobler aus Häggenschwil fährt mit seinem Pferdetransporter beim Theatergebäude am Stadtpark vor und lädt den 23-jährigen Lucky aus. Der historische pferdegezogene Leichenwagen steht nebenan auf dem Parkplatz.

Das schlichte schwarze Gefährt aus dem 19. Jahrhundert wird dem Theater St. Gallen vom Ortsmuseum im Rheintaler Dorf Berneck zur Verfügung gestellt. Bühnenmeister Othmar Egger hilft Hugentobler beim Einspannen, Lucky steht geduldig da. Dann geht es im Schritt durch den Park in Richtung Klosterviertel.

Solche Leichenwagen seien bis in die 1940er Jahre im Gebrauch gewesen, erzählt Hugentobler. Lucky, der über viele Jahre als Trainpferd in der Schweizer Armee Dienst leistete, sei wegen seines ruhigen, zuverlässigen Charakters für den Auftritt auf der Bühne geeignet, sagt der 60-jährige Pferdehalter.

Grosse Begräbnis-Szene

Im dritten Akt der Oper «Edgar» gibt es eine Begräbnisszene mit viel Volk. Sängerinnen, Sänger und Statisten machen sich neben der Kathedrale bereit. Auf ein Zeichen der Regieassistentin setzt sich der Leichenzug in Bewegung, allen voran Lucky mit dem Wagen, am Zügel geführt von Anton Hugentobler.

Damit das Pferd auf der engen Rampe zur Bühne nicht rutscht, hat Hugentobler die Hufeisen mit speziellen Stahlstollen, so genannten Mordax, beschlagen. Von der Bühne klingt das Crescendo von Puccinis Musik. Unbeirrt stapft Lucky voran und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. «Er steht auf Klassik», lacht Hugentobler.

Premiere zu «Edgar» ist am Freitag. Mit Lucky steht erstmals in der 13-jährigen Geschichte der St. Galler Festspiele ein lebendiges Tier auf der Freilicht-Opernbühne. Der Auftritt des Pferdes sei vom Tierarzt abgesegnet, lässt Theaterdirektor Werner Signer ausrichten.

«Edgar» erstmals in der Schweiz

Die selten gespielte Oper «Edgar» von Giacomo Puccini (1858-1924) handelt von Liebe und Verrat, Treue und Prüfung - mit einem Titelhelden, der zwischen zwei Frauen steht. Die 13. St. Galler Festspiele zeigen «Edgar» als Freilichtspiel auf dem Klosterplatz.

Die Oper in einer Inszenierung von Tobias Kratzer (Regie) und Rainer Sellmaier (Ausstattung) ist erstmals in der Schweiz zu sehen. «Edgar» wird bis zum 13. Juli sieben Mal gespielt.

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