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Luzerner Behörden ermitteln flüchtigen Drogenhändler in Brasilien

Die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden haben den 38-jährigen Mann ermittelt, der 2010 in einem Grünabfuhr-Container aus der Strafanstalt Zug geflohen war. Der Beschuldigte setzte sich danach unter falschem Namen mit gefälschten Dokumenten nach Brasilien ab.
Dem Mann gelangt 2010 aus der Zuger Strafanstalt die Flucht, neun Jahre später wurde er in Brasilien ermittelt. (Bild: KEYSTONE/STEFAN MEYER)

Dem Mann gelangt 2010 aus der Zuger Strafanstalt die Flucht, neun Jahre später wurde er in Brasilien ermittelt. (Bild: KEYSTONE/STEFAN MEYER)

(cpm)

Die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden haben einen 38-jährigen Mann aus dem Kosovo ausfindig gemacht, welcher im Jahr 2010 aus einem Gefängnis im Kanton Zug geflohen war und sich nach Brasilien abgesetzt hatte. Wie die Staatsanwaltschaft Luzern mitteilt, ermittelt sie gegen den 38-Jährigen seit langem wegen gewerbs- und bandenmässigem Drogenhandels.

Die Strafuntersuchungsbehörden gehen davon aus, dass der Beschuldigte zwischen 2004 und 2007 grosse Mengen Heroin in die Schweiz einführte und zum Teil verkaufte. Die Ermittlungen dazu sind noch hängig. Dem Mann wird ausserdem Geldwäscherei vorgeworfen. Zudem soll er illegalerweise im Besitz eines Elektroschockgeräts, eines Teleskopschlagstocks und einer Pump Action gewesen sein. Der Mann war von der Luzerner Polizei im Dezember 2007 in St. Erhard festgenommen worden.

Gedroht, gewürgt, geschlagen

Im Jahr 2009 kassierte der Beschuldigte vom Kantonsgericht des Kantons Luzern eine Freiheitsstrafe von fast dreieinhalb Jahren – wegen einfacher Körperverletzung, mehrfachen Tätlichkeiten, Gefährdung des Lebens sowie mehrfachen Drohungen. Unter anderem wurde er verurteilt, weil er im April 2005 seine frühere Freundin massiv gewürgt, geschlagen und ihr Verletzungen zugefügt hatte. Schon davor hatte er ihr mehrfach gedroht, sie umzubringen. Diese Strafe sass er in der Strafanstalt in Zug ab. Während die aufwendige Untersuchung der Staatsanwaltschaft Luzern noch am Laufen war, gelang ihm in Zug im August 2010 die Flucht. Und dies ziemlich spektakulär: Der Kosovare versteckte sich in einem Grünabfuhr-Container. Simon Kopp, Mediensprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, dass es sich um diesen Fall handle.

Ermittlungen auch in den sozialen Medien

Seither sind in dieser unendlichen Geschichte weitere neun Jahre ins Land gezogen: Die Luzerner Behörden haben nach der Flucht intensiv und hartnäckig nach dem Flüchtigen gesucht, wie sie schreiben. Der Mann wurde international zur Verhaftung ausgeschrieben. Auch liefen intensive Ermittlungen in den sozialen Medien. Mit Erfolg: Im letzten Jahr konnte die Polizei feststellen, dass sich der Flüchtige in Brasilien aufhielt. Dort lebte er unter falschem Namen mit gefälschten Dokumenten. Er wurde von der brasilianischen Polizei an seinem Wohnort festgenommen und Mitte September 2019 in die Schweiz überführt. Dazu haben die Luzerner Untersuchungsbehörden eng mit dem Fedpol, dem Bundesamt für Justiz und der brasilianischen Polizei und Justizbehörden zusammengearbeitet. Die Untersuchung wegen gewerbs- und bandenmässigen Drogenhandels wird nun weitergeführt.

Interessantes Detail: Nach seiner Flucht aus Zug hatte der Beschuldigte seine Fingerkuppen verändert, damit er bei der Einreise in Brasilien nicht erkannt wurde.

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