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Männliche Meerkatzen sind dem Frieden zuliebe aggressiv

Männliche Grüne Meerkatzen greifen ihre eigenen Gruppenmitglieder an, um Kämpfe mit anderen Gruppen zu verhindern oder zu deeskalieren. Weibchen dagegen stacheln die Kämpfenden mit Zuckerbrot und Peitsche an.
Zwei Vervet-Meerkatzen spielen im Basler Zolli. Kämpfe mit anderen Gruppen versuchen Männchen laut einer neuen Studie zu verhindern, indem sie eigene aggressive Gruppenmitglieder angreifen. (Bild: KEYSTONE/DOMINIK PLUESS)

Zwei Vervet-Meerkatzen spielen im Basler Zolli. Kämpfe mit anderen Gruppen versuchen Männchen laut einer neuen Studie zu verhindern, indem sie eigene aggressive Gruppenmitglieder angreifen. (Bild: KEYSTONE/DOMINIK PLUESS)

(sda)

Während viel darüber bekannt ist, wie Menschen Interessenkonflikte lösen, weiss man relativ wenig darüber, wie andere soziale Arten handeln. Eine neue Studie von Forschenden der Universität Zürich zeigt, dass Grüne Meerkatzen-Männchen Strafe und Zwang anwenden, um Kämpfe innerhalb der Gruppe zu deeskalieren. Diese Strategie wenden insbesondere männliche Meerkatzen an, die Nachwuchs in der Gruppe gezeugt haben, aber selbst verwundet sind und sich daher nicht in der Lage fühlen, ihre Nachkommen zu verteidigen.

Während ihrer Doktorarbeit am Inkawu-Vervet-Projekt in Südafrika beobachtete Jean Arseneau-Robar, die Erstautorin der Studie, wie Männchen ihre eigenen Gruppenmitglieder während Kämpfen mit einer anderen Gruppe angriffen. "Bisher wurde immer angenommen, dass Männchen die Paarung von Weibchen mit Männchen der gegnerischen Gruppe verhindern wollen. Diese männliche Aggression wurde so als Partnerverteidigung interpretiert", sagt die Anthropologin Jean Arseneau-Robar.

Die Forscher stellten jedoch fest, dass männliche Meerkatzen normalerweise keine weiblichen Gruppenmitglieder angreifen, die versuchen, sich mit Männchen aus der gegnerischen Gruppe zusammenzuschliessen oder sich mit ihnen zu paaren. Stattdessen waren Männchen eher aggressiv gegen Gruppenmitglieder, die entweder einen Kampf anzettelten oder kürzlich gekämpft hatten.

Weibchen mit Zuckerbrot und Peitsche

Erik Willems, der das Forschungsprojekt leitete, sagt: "Wir haben kürzlich gezeigt, dass Weibchen in dieser Spezies sowohl Aggression als auch Fellpflege einsetzen, um die Teilnahme männlicher Gruppenmitglieder an Kämpfen zwischen den Gruppen zu beeinflussen. Affenweibchen benutzen somit Zuckerbrot und Peitsche, um die Teilnahme von Männchen an Kämpfen zwischen verschiedenen Gruppen zu fördern."

UZH-Professor Carel van Schaik ergänzt: "Es war wirklich interessant zu sehen, dass Weibchen Strafen und Belohnungen verwenden, um die Kämpfenden anzustacheln. Männchen hingegen, um die Kämpfe zu ersticken und die Situation für den jungen, verwundbaren Nachwuchs ruhig und sicher zu halten."

Redouan Bshary, Professor an der Universität Neuenburg, stellt fest: "Normalerweise bestrafen grössere und mächtigere Individuen die schwächeren. Unsere Erkenntnisse bei den Grünen Meerkatzen sind neu, weil hier sowohl Weibchen als auch Männchen Bestrafung anwenden." Weibchen würden dabei oft eine Koalition bilden, wenn sie Männchen bestrafen, um die kleinere Grösse durch mehrere Mitstreiterinnen auszugleichen.

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