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Mehr Betagte und mehr freie Betten im Pflegeheim

Obwohl die Zahl der über 80-Jährigen in der Schweiz stark steigt, sind in den letzten Jahren immer mehr Betten in den Pflegeheimen leer geblieben. Das bleibt mittelfristig so. Langfristig dürfte der Bettenbedarf aber wieder steigen.
Wegen Diensten wie Spitex gibt es derzeit Überkapazitäten in den Pflegeheimen. (Symbolbild) (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Wegen Diensten wie Spitex gibt es derzeit Überkapazitäten in den Pflegeheimen. (Symbolbild) (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

(sda)

Obwohl die Zahl der über 80-Jährigen in der Schweiz stark steigt, sind in den letzten Jahren immer mehr Betten in den Pflegeheimen leer geblieben. Das bleibt mittelfristig so. Langfristig dürfte der Bettenbedarf aber wieder steigen.

Die Alterspflege ist eine Wachstumsbranche sondergleichen. Heute gibt es in der Schweiz über 430'000 über 80-Jährige, 2040 dürften es rund 870'000 sein. So dürfte trotz gesünderen Lebenswandels die Zahl der Pflegebedürftigen um 60 Prozent steigen. Zu diesem Schluss kommt die Grossbank Credit Suisse in einer am Dienstag veröffentlichten Studie.

Dank Spitex nicht ins Heim

Trotz dieser Aussichten sank indessen die Belegung der Langzeitbetten in den Pflegeheimen zwischen 2012 und 2016 von 96 auf 94 Prozent. In einzelnen Regionen ermittelte die Bank aufgrund von Daten des Bundesamts für Gesundheit sogar Belegungen unter 90 Prozent.

Grund dafür ist ein Strukturwandel in der Altenpflege. Die Kantone bauten das ambulante Angebot stark aus. So konnte der Markt in Regionen mit grosser Bettendichte neu geschaffene Pflegeplätze nicht mehr absorbieren.

Gerade in der Deutschschweiz sind gemäss CS in den Heimen viele leicht oder nicht pflegebedürftige Seniorinnen und Senioren, für welche immer mehr alternative Angebote bestehen. In der Westschweiz sind praktisch fast nur noch mittel bis schwer Pflegebedürftige in den Heimen. Die Verlagerung in die ambulante Pflege ist dort sehr weit, die Bettendichte tief und die Belegung entsprechend hoch.

Langfristig besteht Bettenbedarf

Trotz dieser Entwicklung rechnen die Experten der Bank auf dem Pflegemarkt nicht mit anhaltenden Überkapazitäten. In einzelnen Regionen gibt es dafür zwar ein Risiko, da dort mit der Verlagerung in die ambulante Pflege bis 2025 kein Zusatzbedarf an Pflegebetten entsteht.

Diese Regionen, etwa die Stadt Zürich, sind ausschliesslich in der Deutschschweiz. In der Westschweiz und im Tessin ist neben der Bettenauslastung auch der Zusatzbedarf hoch.

Die CS geht auf die lange Frist bis 2040 davon aus, dass indessen auch in der Deutschschweiz mehr Betten nötig werden. In diesem Zeitraum dürfte die Nachfrage wegen der demografischen Entwicklung derart stark steigen, dass die ambulante oder die intermediäre Pflege mit Tagesstrukturen sie nicht mehr ausgleichen kann. In einem zurückhaltenden Szenario rechnen die CS-Ökonomen mit einem Zusatzbedarf von knapp 30'000 Pflegebetten.

In den Szenarien geht die CS wie die Planer in vielen Kantonen davon aus, dass sich die Zahl leicht Pflegebedürftiger in den Heimen in Zukunft stark reduzieren wird. Dies sei jedoch nur möglich und wünschenswert, wenn das Angebot ambulanter Pflege ausreicht.

Dazu gehörten betreute Alterswohnungen und die Spitex, schreibt die Bank. Sie schätzt darum, dass es bis 2040 rund 25'000 bis 40'000 neue betreute Alterswohnungen nötig sind.

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