Mehr junge Ärztinnen und viele im Ausland ausgebildete Ärzte

Acht von zehn Schweizerinnen und Schweizer haben 2017 mindestens einmal eine Arztperson aufgesucht. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie dabei auf eine junge Ärztin oder eine Fachperson mit einem ausländischen Diplom getroffen sind.

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Noch sind Ärztinnen generell gesehen in der Minderzahl. Aber sie drängen langsam in den Vordergrund: Bei den unter-40-jährigen Praktizierenden haben sie schon eine deutliche Mehrheit von 62 Prozent.

Noch sind Ärztinnen generell gesehen in der Minderzahl. Aber sie drängen langsam in den Vordergrund: Bei den unter-40-jährigen Praktizierenden haben sie schon eine deutliche Mehrheit von 62 Prozent.

Keystone/GAETAN BALLY
(sda)

Je jünger eine medizinische Fachperson, desto grösser die Chance, dass es sich dabei um eine Frau handelt: 2018 machten Frauen zwar nur 41 Prozent des gesamten medizinischen Personals aus, bei den unter 40-Jährigen hatten sie aber mit 62 Prozent eine klare Mehrheit.

Lange nicht alle sind in der Schweiz geboren, ohne ausländisches Fachpersonal stünde der medizinische Betrieb in der Schweiz still: In einem Drittel der Praxen hatten mehr als die Hälfte der Arztpersonen ihr Erstdiplom im Ausland erworben. In manchen Regionen - vor allem in der Ostschweiz, aber auch im Tessin - erreichte der Anteil der Praxen mit überwiegend ausländischem Personal sogar bis zu 41 Prozent. Das zeigt die neueste Auswertung des Bundesamts für Statistik (BFS).

Die Seele benötigt mehr Betreuung

Insgesamt arbeiteten Ende 2018 in der Schweiz 23'011 Ärztinnen und Ärzte in 16'924 Arztpraxen in der Schweiz - praktisch gleichviel wie im Jahr davor. Bei der Fachrichtung gab es allerdings eine leichte Verschiebung von der Grundversorgung zur Psychiatrie: 8095 Arztpersonen arbeiteten 2018 in der Grundversorgung, 144 weniger als im Vorjahr. In der Psychiatrie stiegen im selben Zeitraum die Anzahl Ärztinnen und Ärzte um 136 von 3070 auf 3206.

Von den Ärzten mit eigener Infrastruktur - also ohne Spitäler - widmeten sich 35 Prozent der Grundversorgung, 21 Prozent der Psychiatrie und 6 Prozent der Gynäkologie. 29 Prozent der Selbständigen arbeiteten in Gruppenpraxen und teilten sich die Kosten für Miete und Hilfspersonal; überdurchschnittlich oft, nämlich in 39 Prozent der Fälle, waren Grundversorgungs-Mediziner auf diese Weise organisiert. Meist sind die Gruppenpraxen klein: Drei Viertel bestanden im Berichtsjahr aus zwei bis drei Arztpersonen.

Digitalisierung schreitet voran - langsam

Der Trend hin zur Digitalisierung der Patientenakten hat sich auch 2018 fortgesetzt - allerdings in gemächlichem Tempo. 2018 wurden an den Standorten der Arztpraxen und ambulanten Zentren 44 Prozent der Patientenakten vollständig und 31 Prozent teilweise elektronisch erfasst. Im Jahr davor waren 41 Prozent der Dossiers vollständig und 31 Prozent partiell elektronisch.

Immer noch ein Viertel der Akten sind ausschliesslich aus Papier, drei Prozentpunkte weniger als 2017. Gegenüber 40 Prozent Papierdossiers im Jahr 2015 verlangsamt sich also die Digitalisierung. Das könnte auch an der Verschiebung in der Altersstruktur liegen: Das Segment der über 65-jährigen Arztpersonen wächst, in der Gynäkologie beispielsweise um 5,5, in der Psychiatrie sogar um fast 10 Prozent.