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Meyer Burger mit neuer Restrukturierung: Verlagerung nach Asien

Der kriselnde Solarzulieferer Meyer Burger unterzieht sich erneut einer Restrukturierung. Weitere 100 Stellen gehen damit verloren.
Meyer Burger kommt nicht zur Ruhe. (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

Meyer Burger kommt nicht zur Ruhe. (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

(sda/awp)

Das Unternehmen verlagert einen wesentlichen Teil seiner weltweiten Vertriebs- und Servicefunktionen für Standard-Photovoltaik-Lösungen von Europa nach Asien, insbesondere nach China.

Dies kostet erneut Stellen. Rund 90 Jobs fallen in Thun weg, wie Meyer-Burger-Chef Hans Brändle am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur AWP sagte. Dort hatte das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr die Produktion eingestellt und 160 Arbeitsplätze gestrichen. In Thun bleiben nun noch rund 50 bis 60 Mitarbeitende übrig, die in der Forschung und Entwicklung, sowie in administrativen Funktionen tätig sind.

Bis zu 80 weitere Stellen werden in Europa abgebaut und zum Teil in Asien wieder aufgebaut. Unter dem Strich schrumpft die Zahl der Vollzeitstellen bei Meyer Burger um 100 auf 1'000.

Weitere Auslagerung geprüft

Zudem will Meyer Burger für die Standard-Photovoltaikprodukte weitere Auslagerungs- oder Kooperationspartnermodelle prüfen, um das Standardgeschäft näher zu den Kunden zu bringen, die vor allem in Asien seien, hiess es weiter. Damit sollen Kosten gesenkt und die Margen gesichert werden. Durch diese Veränderungen würden die zukünftigen Photovoltaik-Geschäftsaktivitäten von Meyer Burger hauptsächlich in Hohenstein-Ernstthal (Deutschland) und Wuxi-Shanghai (China) konzentriert.

Man wolle sich untern anderem auf Zell-/Modultechnologien der nächsten Generation wie beispielsweise Tandemzellen konzentrieren, bei denen verschiedene Zelltypen gestapelt werden. Zudem werde ein Schwerpunkt auf Heterojunction und SmartWire-Connection-Technologie gelegt, hiess es weiter.

«Wir sehen verstärktes Interesse in diesen Technologien, insbesondere auch einen Anstieg der Anfragen ausserhalb von China», schrieb Meyer Burger. Allerdings bleibe es bei der aktuellen Marktlage schwierig, den genauen Zeitpunkt entsprechender Auftragseingänge vorauszusagen.

Gewinnschwelle sinkt auf 250 Mio Fr.

Nach vollständigem Abschluss des Restrukturierungsprogramms erwartet Meyer Burger ab dem Geschäftsjahr 2021 einen positiven Einfluss auf den Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) von rund 25 Millionen Franken im Jahr. Drei Viertel der Massnahmen würden voraussichtlich bis Ende 2019 umgesetzt sein.

Auf der anderen Seite koste die Restrukturierung einmalig rund 11 Millionen Franken. Davon fielen 4 Millionen Franken schon in diesem Jahr an.

Mit dem Programm will Meyer Burger die Gewinnschwelle auf rund 250 Millionen Franken Umsatz senken. Die Restrukturierung ist keine Überraschung. Meyer Burger hatte bereits zuvor angekündigt, mit einem Massnahmenpaket die Gewinnschwelle auf unter 300 Millionen Franken drücken zu wollen.

Änderungen in Geschäftsleitung

Auch wenn das Management das schon beim letzten Abbau gedacht habe: «Wir gehen davon aus, dass nach diesem Programm keine weiteren Schritte notwendig sein werden», sagte Brändle.

Mit der Verlagerung nach Asien sei Meyer Burger wesentlich robuster gegenüber der Marktvolatilität. «Wir sind nun für alles gewappnet», sagte der Meyer-Burger-Chef.

Der Stellenabbau solle möglichst sozialverträglich erfolgen, hiess es weiter. Wegen der zukünftigen Grösse des Unternehmens seien auch Änderungen in der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat vorgesehen.

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