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Nach Verlust von Swatch: MCH-Chef René Kamm tritt ab

Nach dem Verlust von Swatch als Aussteller an der «Baselworld» kommt es bei der Messebetreiberin MCH-Group zum Chefwechsel: René Kamm tritt zurück.
Nimmt nach harscher Kritik den Hut: MCH-Chef René Kamm. (Bild: KEYSTONE/DOMINIC FAVRE)

Nimmt nach harscher Kritik den Hut: MCH-Chef René Kamm. (Bild: KEYSTONE/DOMINIC FAVRE)

(sda/awp)

Angesichts der «fundamentalen Transformationsphase» seien der Verwaltungsrat und Kamm «gemeinsam und einvernehmlich» zur Überzeugung gelangt, dass der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel an der Spitze gekommen sei.

Kamm werde eine geordnete Übergabe sicherstellen und dem Unternehmen in den nächsten Monaten bei Bedarf beratend zur Verfügung stehen, teilte die MCH Group am Freitag mit. In der Übergangszeit bis zur geregelten Nachfolge wird Verwaltungsratspräsident Ulrich Vischer die operative Führung übernehmen.

Fehlender Mut kritisiert

Nachdem die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld schon dieses Jahr den Rückzug der Hälfte ihrer Aussteller verdauen musste, sorgte der grösste Aussteller Swatch am Wochenende für einen Knall. Swatch-Chef Nick Hayek hatte via «NZZ am Sonntag» verkündet, dass die Gruppe dem Uhrensalon den Rücken kehren werde. Die Kündigung selbst hatte die Gruppe am Montag zuvor abgeschickt, wie ein Swatch-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur AWP sagte.

Hayek sparte nicht mit Kritik. Die MCH-Gruppe habe die Aussteller bei der Erarbeitung des neuen Konzepts zu wenig einbezogen. Der MCH fehle der Mut für tiefgreifende Veränderungen. Swatch war mit fast allen seiner 18 Marken und einem Messebudget von über 50 Millionen Franken der bisher grösste Aussteller an der Baselworld.

Mögliche Wertberichtigung

Auch wenn dadurch die Durchführung der Baselworld nicht grundsätzlich in Frage gestellt werde, habe die Absage dieses wichtigen Ausstellers Fragen nach den Konsequenzen für die Ergebnisentwicklung der Gruppe ausgelöst, schrieb MCH nun. Der Verzicht der Swatch Group auf eine Teilnahme werde Auswirkungen auf das Ergebnis 2019 haben, die zurzeit noch nicht konkret abschätzbar seien.

Auch eine weitere Wertberichtigung auf die Messehallen in Basel könnte notwendig werden. Schon 2017 hatte der Bedeutungsverlust des wichtigen MCH-Standbeins Baselworld die Messebetreiberin das erste Mal in ihrer Geschichte in die roten Zahlen gedrückt. Infolge der Schrumpfkur bei Baselworld musste MCH über 100 Millionen Franken auf ihrem Messegebäude abschreiben.

MCH hält an ihrer Unternehmensstrategie fest, wie es weiter hiess. So will sie das Dienstleistungsangebot erweitern, die internationale Präsenz verstärken und sich zunehmend digitalisieren. MCH zeigte sich in der Mitteilung zuversichtlich, die Umsetzung der Strategie erfolgreich gestalten zu können.

Kamm hatte seine Karriere als Messeleiter der Baselworld begonnen. Insgesamt arbeitete er fast 20 Jahre bei der Messe Basel, Messe Schweiz und der MCH Group, seit 2003 war er als CEO tätig.

Der Abgang von Kamm sorgte nun für eine leichte Kurserholung bei den MCH-Aktien. Sie legten am Freitagmorgen um 2,4 Prozent zu. In den Vortagen hatten Anleger die Papiere reihenweise verkauft. Alleine am Montag stürzten sie um 11,3 Prozent ab. Auf Wochensicht liegt die Aktie rund 15 Prozent im Minus.

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