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Nationalrat will Freizeitflieger von Englischpflicht ausnehmen

«English only» soll für den nicht gewerbemässigen Sichtflug in der Schweiz nicht gelten. Der Nationalrat unterstützte am Donnerstag eine Motion seiner Verkehrskommission (KVF) mit 138 zu 13 Stimmen bei 23 Enthaltungen. Nun hat der Ständerat das Wort.
Der Nationalrat will, dass Freizeitpiloten mit dem Tower neben Englisch auch in einer Landessprache kommunizieren können. Im Bild ein Kleinflugzeug im Anflug auf Zürich-Kloten. (Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Der Nationalrat will, dass Freizeitpiloten mit dem Tower neben Englisch auch in einer Landessprache kommunizieren können. Im Bild ein Kleinflugzeug im Anflug auf Zürich-Kloten. (Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER)

(sda)

Die Nationalratskommission will mit der von ihr einstimmig verabschiedeten Motion sicherstellen, dass der Funkverkehr in diesem Bereich nicht nur in Englisch, sondern weiterhin in der ortsüblichen Landessprache stattfinden darf. Mit den seit dem 20. Juni umgesetzten Vorschrift «English only» schiesse der Bundesrat weit über das Ziel hinaus.

Grundlage für die neue Regel ist eine Revision des Luftfahrtgesetzes von 2017. Nach Auffassung der KVF ging das Parlament damals davon aus, dass «English only» nur die Landesflughäfen, den Instrumentenflugverkehr und den kommerziellen internationalen Flugverkehr betreffe.

«50 bis 100 Wörter Englisch»

Der Bundesrat erteilte dem Begehren eine Absage und verwies in seiner Stellungnahme auf die Botschaft zur Gesetzesrevision und die Anhörung zur Regelung. Auch argumentierte er mit der Sicherheit. «Es geht um 50 bis 100 Wörter Englisch», sagte Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga im Rat. Das sei zumutbar.

Vor Inkrafttreten der neuen Regelung konnte auf Regionalflugplätzen mit einer Flugsicherung auch in der jeweiligen Landessprache gefunkt werden. Vor allem Freizeitpiloten mit einer Radiotelefonie-Ausbildung in ihrer Landessprache schätzten dies.

Laut dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) sind dies häufig Segelflugpiloten. 96 Prozent der Piloten, die eine Motorflugausbildung absolvierten, verfügten über eine englische Radiotelefonie-Lizenz, bei den Segelfliegern seien es knapp 80 Prozent und bei den Ballonfahrern etwa 55 Prozent, so das Bazl.

Opposition an der neuen Regelung kommt primär vom Flugplatz Sitten und dem Aero-Club, dem Dachverband der Schweizer Leichtaviatik mit 23'000 Mitgliedern. Gegner verweisen auch auf den Flughafen Genf, wo weiterhin Französisch gesprochen werden darf.

Französisch in Genf

Dieser Umstand stört die KVF. «Im bescheidenen Flugplatzbetrieb Sitten oder Buochs müsste ein Segelflieger für seine Landung in fremder, englischer Sprache funken, wobei er im interkontinentalen Betrieb Genf und in Lugano weiterhin seine Landessprache benutzen darf», schreibt sie.

In Lugano und auch Locarno darf Italienisch mit dem Tower gesprochen werden, weil der dortige Luftraum von Italien überwacht wird, und in einem Sektor des Flughafens Genf wird Französisch gesprochen. Laut Bazl laufen mit Frankreich Verhandlungen, damit auch dort künftig «English only» gilt.

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