Pilatus steigert 2019 Umsatz und rechnet mit turbulentem 2020

Der in Stans beheimatete Flugzeugbauer Pilatus hat 2019 erneut mehr als eine Milliarde Franken umgesetzt, operativ jedoch gegenüber dem Vorjahr etwas weniger verdient. Aktuell haben die Corona-Turbulenzen das Geschäft im Griff.

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Der PC-24 aus dem Hause Pilatus, den der Bundesrat im vergangenen Jahr vom Stanser Flugzeughersteller erhalten hat.

Der PC-24 aus dem Hause Pilatus, den der Bundesrat im vergangenen Jahr vom Stanser Flugzeughersteller erhalten hat.

Pilatus Aircraft Ltd
(sda/awp)

Wie die Pilatus Flugzeugwerke am Freitag mitteilten, steigerten sie im vergangenen Jahr den Umsatz um 7,1 Prozent auf 1,17 Milliarden Franken. 2019 sei deshalb als sehr erfolgreiches Jahr zu werten. Insgesamt hat das Unternehmen 134 Flugzeuge ausgeliefert. Das sind 6 Maschinen mehr als im Vorjahr und ein neuer Rekord. Das Betriebsergebnis lag mit 153 Millionen Franken allerdings leicht unter dem Vorjahresergebnis von 157 Millionen Franken.

Nach einem Bestellungseingang von 1,1 Milliarden Franken habe der Auftragsbestand Anfang 2020 über 2 Milliarden Franken erreicht. «Dies wären alles Indikatoren, die uns für die kommenden Jahre zuversichtlich stimmen könnten», wird Verwaltungsratspräsident Oscar Schwenk im Jahresbericht zitiert.

Kurzarbeit teilweise aufgehoben

Allerdings habe die Coronapandemie auch den Pilatus Flugzeugwerken «gewaltige Turbulenzen» beschert. «Trotz eines gesunden Bestellbestands müssen wir davon ausgehen, dass der Markt für unsere zivilen Produkte mindestens kurzfristig einbrechen wird», hiess es im Geschäftsbericht.

Pilatus habe als erste Massnahme Kurzarbeit für einen Grossteil der Mitarbeitenden eingeführt. Mittlerweile seien allerdings nur noch weniger als 20 Prozent der Mitarbeitenden in Kurzarbeit, hiess es in der Mitteilung weiter. Ende 2019 betrug der Personalbestand 2289 Vollzeitstellen. Das sind 6 Stellen mehr als im Vorjahr.

Laut dem Communiqué hat Pilatus mit dem Ende Januar unterzeichneten Auftrag der spanischen Luftwaffe ein wichtiges Ziel zur Sicherung seiner Zukunft erreichen können. Sollte der Geschäftsbereich der zivilen Luftfahrt, der im letzten Jahr 71,5 Prozent des Umsatzes ausmachte, wegen der Coronakrise einen Einbruch erleiden, sei dieser Auftrag der Armee entscheidend. Es zeige sich daran beispielhaft, wie wichtig für Pilatus die Zweibeinstrategie des zivilen und militärischen Geschäfts sei.

Die spanische Luftwaffe hat 24 PC-21 Trainingsflugzeuge bei Pilatus bestellt. Die Auslieferung soll im nächsten Jahr erfolgen. Es ist bereits der dritte Auftrag einer europäischen Luftwaffen für diesen Flugzeugtyp. Der spanische Auftrag sei gesichert und es sei trotz Coronakrise nicht mit einem Rückzieher zu rechnen, betonte Verwaltungsratspräsident Schwenk auf Anfrage.