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Prächtige Bilder vor der Kathedrale - Puccinis Oper «Edgar»

Mit «Edgar» von Giacomo Puccini bringen die St. Galler Festspiele eine selten gespielte Oper auf die Freilichtbühne auf dem Klosterplatz. Die Premiere vom Freitag lebte von prächtigen Bildern und einer stimmungsvollen Kulisse.
Die Festspielbühne auf dem St. Galler Klosterplatz vor der Kathedrale als «Garten der Lüste» - Szene aus der Oper «Edgar» von Giacomo Puccini anlässlich der St. Galler Festspiele, die am 29. Juni Premiere hatten. (Bild: KEYSTONE/EDDY RISCH)

Die Festspielbühne auf dem St. Galler Klosterplatz vor der Kathedrale als «Garten der Lüste» - Szene aus der Oper «Edgar» von Giacomo Puccini anlässlich der St. Galler Festspiele, die am 29. Juni Premiere hatten. (Bild: KEYSTONE/EDDY RISCH)

(sda)

Ein Bühnenbild mit viel Grün, die Silhouette einer mittelalterlichen Stadt, eine goldene Sonne und im Hintergrund die Türme der Kathedrale vor Sommerabendhimmel - die Szenerie für «Edgar» stimmte bis ins Detail. Trotzdem erhielt die Oper, die zum ersten Mal in der Schweiz gespielt wird, einen eher verhaltenen Applaus.

Die Inszenierung von Tobias Kratzer (Regie) und Rainer Sellmaier (Ausstattung) gefällt durch prächtige Bilder: Für den Anfang liessen sie sich inspirieren von der «Anbetung des Lamms» aus dem Genter Altar von Jan Van Eyck aus dem 15. Jahrhundert. Volk, Jungfrauen, Fürsten, Engel und Geier versammeln sich effektvoll um den Altar.

Tragischer Titelheld

Edgar, imposant gesungen vom Tenor Marcello Giordani, ist ein tragischer Titelheld. Er schwankt zwischen zwei Frauen und zwei Lebensentwürfen: Fidelia (Katia Pellegrino, Sopran), die ihn treu liebt, steht für das fromme, tugendhafte Bürgertum. Doch Edgar verfällt der verführerischen Aussenseiterin Tigrana (Alessandra Volpe, Mezzosopran).

Mit ihr taucht er ein in einen «Garten der Lüste» - wunderliche Figuren kriechen aus einem sich öffnenden Schlund in der Bühnenmitte. Vorbild für diese opulente Szene ist das gleichnamige Gemälde von Hieronymus Bosch. Doch das Glück ist von kurzer Dauer, bald schaufelt sich Edgar das eigene Grab.

Schön fürs Auge

So schön die Szenen fürs Auge sind, so wenig plausibel wirken die Charaktere und die Handlung aus psychologischer Sicht. Im dritten Akt wohnt Edgar, als Mönch verkleidet, seinem eigenen Begräbnis bei. Ein pferdegezogener historischer Leichenwagen fährt auf die Bühne, Edgar prangert inkognito sich selber und Tigrana an. Die Geschichte endet düster.

Das Sinfonieorchester St. Gallen unter der Leitung von Leo Hussain spielt in einer Baracke ausserhalb des Klosterplatzes, die Musik wird über Lautsprecher perfekt auf die Bühne und die 1300-plätzige Tribüne übertragen. Am Schluss zeigen sich die Musikerinnen und Musiker und der Dirigent kurz dem Publikum.

In den Volksszenen sind fünf Chöre zu hören - neben dem St. Galler Opernchor, dem Theater- und dem Kinderchor wurden der Philharmonische Chor Prag und der Theaterchor Winterthur engagiert. «Edgar» wird bis zum 13. Juli noch sechs Mal gespielt. Das Programm der 13. St. Galler Festspiele umfasst auch eine Tanzaufführung in der Kathedrale und eine Konzertreihe.

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