Rega-Chef warnt vor zunehmender Bürokratie bei der Luftrettung

Der Chef der Rega, Ernst Kohler, hat vor zunehmender Regulierung gewarnt. In einem Interview sagte er, in der Luftrettung, also an der Schnittstelle zwischen Aviatik und Medizin, stelle die zunehmende Regulierungsdichte die grösste Herausforderung dar.

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Der Chef der Schweizer Rettungsflugwacht Rega, Ernst Kohler, warnt in einem Interview vor immer mehr Papierkram bei der Rettung von Menschen. (Bild: KEYSTONE/WALTER BIERI)

Der Chef der Schweizer Rettungsflugwacht Rega, Ernst Kohler, warnt in einem Interview vor immer mehr Papierkram bei der Rettung von Menschen. (Bild: KEYSTONE/WALTER BIERI)

(sda)

«Bei der Rega versuchen wir, trotz Hürden unsere Aufgabe nicht aus den Augen zu verlieren», betonte der langjährige Chef der Schweizer Rettungsflugwacht im Interview mit der «Luzerner Zeitung», das am Montag auch in der «Nordwestschweiz» publiziert wurde. Die Rega versuche den Patienten in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen und nicht den Papierstapel, der sich mittlerweile während der Arbeit anhäufe.

Als weitere Herausforderungen der Rega zählt Kohler in dem Interview, etwa den Erhalt der Unabhängigkeit der Organisation und die langfristige Finanzierung der Rega auf. Die Organisation erhalte keine Subventionen vom Staat, betonte er. «Es gibt die Rega nur, weil Gönnerinnen und Gönner mit ihrem solidarischen Beitrag die Rega Jahr für Jahr unterstützen», sagte er.

Bezüglich vermehrter Einsätze der Rega erklärte Kohler, dass die Zunahme proportional zum Bevölkerungswachstum verlaufe. Ausserdem gehe die leichte Zunahme von Repatriierungen auf die vermehrte Reisetätigkeit der Schweizer Bevölkerung zurück.

Tagsüber sei die Abdeckung mit Rettungshelikoptern in der Schweiz obendrein doppelt so hoch, wie etwa in Deutschland. In der Nacht erhöhe sich das Verhältnis sogar auf den Faktor zehn, sagte Kohler. Diese hervorragenden Strukturen müsse die Schweiz unbedingt erhalten, damit auch künftige Generationen davon profitieren könnten.