Roche arbeitet mit Regeneron gegen die Coronakrankheit zusammen

Die beiden Pharmakonzerne Roche und Regeneron üben im Kampf gegen Covid-19 den Schulterschluss. Die beiden Unternehmen werden zusammen Regenerons Antikörper-Cocktail «REGN-COV2» entwickeln, herstellen und auf der ganzen Welt vertreiben.

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Die beiden Pharmakonzerne Roche und Regeneron üben im Kampf gegen Covid-19 den Schulterschluss und werden zusammen einen Antikörper-Cocktail entwickeln und herstellen.

Die beiden Pharmakonzerne Roche und Regeneron üben im Kampf gegen Covid-19 den Schulterschluss und werden zusammen einen Antikörper-Cocktail entwickeln und herstellen.

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
(sda/awp)

Bei einer Zulassung soll die Herstellkapazität deutlich erhöht werden, wie Roche am Mittwoch mitteilte. REGN-COV2 wird derzeit in zwei klinischen Phase-II/III-Studien zur Behandlung der Infektionskrankheit und in einer Phase-III-Studie zur Prävention bei Haushaltskontakten infizierter Personen untersucht. Im Falle einer behördlichen Zulassung werde Regeneron den Vertrieb in den USA übernehmen, Roche im Rest der Welt.

Im Rahmen der Zusammenarbeit planen die Partner, die Versorgung mit REGN-COV2 auf mindestens das Dreieinhalbfache der aktuellen Kapazität zu erhöhen. Die Behandlung könnte nach Darstellung von Roche eine dringend benötigte Behandlungsmöglichkeit für Menschen bieten, die bereits Symptome von Covid-19 aufweisen. Sie habe zudem das Potenzial, die Ausbreitung der globalen Pandemie zu verlangsamen.

In einem ersten Analystenkommentar lobt Analyst Michael Nawrath von der ZKB, dass sich zwei der besten Pharmakonzerne, die es auf dem Gebiet der Antikörperforschung gibt, in dieser Kooperation zusammengefunden hätten.

«Roche, insbesondere mit ihren grossen biotechnologischen Prozessanlagen auf dem Gelände von Genentech, kann schnell Kapazitäten für die Produktion hochfahren», so Nawrath weiter. Damit dürfte die weltweite Versorgung gewährleistet sein, was Regeneron allein nicht geschafft hätte.

Zu früh für Umsatzschätzungen

Eine kommerzielle Abschätzung lasse sich allerdings derzeit nicht seriös ableiten. Auf jeden Fall sei die Meldung aber positiv einzustufen. Er sehe eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit der Antikörper, erklärte der Analyst.

Auch bei Mirabaud hält sich Analyst Olav Zilian mit einer Einschätzung über die potenziellen Einnahmen vorerst zurück. Wie er weiter ausführt, verspreche diese Antikörperkombination eine passive Immunisierung von Personen, die mit Leuten in Kontakt kämen, die mit dem Coronavirus angesteckt seien und dieses verbreiten würden.

Eine solche passive Immunisierung hebe den Immunstatus gegen das Virus sofort an - im Gegensatz zur üblichen aktiven Immunisierung nach der Impfung, die Wochen dauere, bis die Schutzwirkung durch das Immunsystem aufgebaut sei.

«Wenn die klinischen Studien dies beweisen, wird die Verabreichung der Antikörperkombination zu vorhersehbar konstanten Konzentrationen im Blut führen, was durch eine aktive Immunisierung nicht unbedingt gewährleistet ist», erklärte der Experte weiter.

Der Nachteil dieser passiven Immunisierung sei, dass sie nicht mit einem Memory-Effekt des Immunsystems einhergehe, die Injektion also alle paar Wochen wiederholt werden müsse.