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Ruag verfehlt Gewinnziele des Bundesrates

Der staatliche Rüstungs- und Industriekonzern Ruag hat mit seinem erneuten Gewinntaucher die Ziele des Bundesrates verfehlt. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) schrumpfte im vergangenen Jahr um 10,8 Prozent auf 106 Millionen Franken.
Bei der Ruag drückten Kosten für Kapazitätserweiterungen bei der Division Flugzeugbauteile auf den Gewinn. (Bild: KEYSTONE/THOMAS DELLEY)

Bei der Ruag drückten Kosten für Kapazitätserweiterungen bei der Division Flugzeugbauteile auf den Gewinn. (Bild: KEYSTONE/THOMAS DELLEY)

(sda/awp)

Die Betriebsgewinnmarge schmolz auf 5,3 Prozent. Die Profitabilität liege somit unter dem Zielband von 6 bis 8 Prozent, das der Bundesrat festgelegt habe, schrieb das Verteidigungsdepartement am Donnerstag in einem Communiqué. Um die Vorgaben der Landesregierung zu erreichen, hätte die Ruag im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 1,998 Milliarden Franken einen Betriebsgewinn von 120 bis 160 Millionen Franken erzielen müssen. Das wäre eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als die Ruag einen EBIT von 119 Millionen Franken eingefahren hatte.

Stattdessen brach 2018 der Reingewinn um knapp 18 Prozent auf noch 74 Millionen Franken ein. Schuld sei vor allem die Sparte Aerospace, die Flugzeugbauteile vor allem für Airbus-Maschinen herstellt sowie diverse Sonderkosten, erklärte Ruag-Chef Urs Breitmeier auf der Bilanzmedienkonferenz in Zürich: Man habe Probleme bekommen, die ständig steigenden Bestellungen von Airbus zu bewältigen. «Wir müssen die Auslieferungen ständig erhöhen.»

Verzögerungen treiben Kosten hoch

Der Aufbau des neuen Werks in Ungarn habe länger gedauert als geplant, gestand Breitmeier ein. Die Verlagerung von Arbeitsschritten von Bayern nach Ungarn sei nicht so schnell gegangen, «wie wir wollten». Zudem habe die Ausbildung der neuen Mitarbeiter in Ungarn sich länger hingezogen als erhofft. Diese Verzögerungen hätten zusätzliche Kosten verursacht.

Die Flugzeugstruktursparte rutschte mit einem Betriebsverlust von 14 Millionen Franken als einzige Division in die roten Zahlen. Im Vorjahr hatte sie noch einen operativen Gewinn von 8 Millionen Franken erzielt.

Grundsätzlich sei der Entscheid, eine neue Fabrik in Ungarn aufzubauen, richtig, sagte Breitmeier: Die Produktion in Ungarn werde mit Hochdruck hochgefahren. Und «wir haben Pläne, das Werk weiter auszubauen».

Airbus im Höhenflug

Denn der Boom bei Airbus geht weiter. Airbus habe alleine von seinem Kassenschlager A320 einen Auftragsbestand von über 6'000 Maschinen, für den die Ruag wesentliche Teile des Rumpfes herstellt. Alleine diese Woche habe Airbus einen Riesenauftrag von 290 A320 aus China erhalten.

In den nächsten 20 Jahren dürften weltweit über 28'500 Kurz- und Mittelstreckenfliegern bestellt werden. «Wir sind überzeugt, genau in den richtigen Bereich investiert zu haben», sagte Breitmeier. Vor allem in Asien sei die Luftfahrt im Aufwind.

Wende braucht Zeit

Nun will Ruag die Wende im Flugzeugstrukturbau schaffen. «Wir haben im letzten Jahr ein Turnaroundprogramm aufgesetzt», sagte Finanzchef Urs Kiener. Das werde aber etwas Geduld brauchen, bis die operativen Leistungen der Vorjahre wieder erreicht würden.

Dies fordert auch die Landesregierung: «Der Bundesrat begrüsst, dass der Verwaltungsrat der Ruag die nötigen Schritte zur Restrukturierung der Division Aerostrucures eingeleitet hat. Gleichzeitig erwartet der Bundesrat, dass der Verwaltungsrat die nötigen Massnahmen trifft, damit das Unternehmen die Profitabilität in den nächsten Jahren deutlich steigern kann und die Vorgaben erreichen wird.»

Die übrigen Ziele habe die Ruag erreicht, schrieb das VBS. Insbesondere seien alle Unterhaltsleistungen zu Gunsten der Schweizer Armee wie vertraglich vereinbart erbracht worden.

Im laufenden Jahr dürfte der Flugzeugteilebau allerdings noch Verluste produzieren. Breitmeier rechnet erst 2020 mit einer Rückkehr der Sparte in die Gewinnzone, wie er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP sagte.

Beim Gesamtkonzern geht die Talfahrt des Gewinns noch weiter. Denn im laufenden Jahr kämen zusätzliche Kosten von rund 50 Millionen Franken für die Aufspaltung und Entflechtung der Ruag in einen internationalen und einen Schweizer Teil hinzu, sagte Breitmeier. Der Betriebsgewinn EBIT dürfte damit unter die Marke von 100 Millionen Franken sinken. Der Reingewinn werde deshalb deutlich tiefer ausfallen als 2018.

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