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SBB und Postauto spannen für neue Mobilitäts-App zusammen

Postauto und SBB wollen ihren Fahrgästen mit einer neuen Mobilitätsapp das Reisen noch einfacher und bequemer machen. Die App ist das erste von neuen digitalen Angeboten, welche die Unternehmen künftig gemeinsam entwickeln wollen.
SBB und Postauto wollen den Fahrgästen den Zugang zum öffentlichen Verkehr weiter erleichtern. Sie planen eine gemeinsame App, die als umfassender Reisebegleiter dienen soll. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

SBB und Postauto wollen den Fahrgästen den Zugang zum öffentlichen Verkehr weiter erleichtern. Sie planen eine gemeinsame App, die als umfassender Reisebegleiter dienen soll. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

(sda)

Um Doppelspurigkeiten bei der Digitalisierung abzubauen, haben die beiden Transportunternehmen eine noch engere Zusammenarbeit in diesem Bereich beschlossen. Postauto-Leiter Christian Plüss und SBB-CEO Andreas Meyer unterzeichneten dazu am Donnerstag an der Strategiekonferenz Smartsuisse in Basel erste Verträge.

Mit weniger Geld mehr erreichen

Postauto auf der Strasse und SBB auf der Schiene sind die einzigen Transportunternehmen, die landesweit tätig sind. Die Digitalisierung ist für beide Unternehmen ein wichtiges Thema, in das schon viel Geld investiert wurde. «Wir können es uns jedoch nicht leisten, an jeder Ecke des Landes unterschiedliche Technologien anzuwenden und Versuche durchzuführen», sagte der SBB-Chef vor den Medien.

Deshalb wollen die beiden Unternehmen unter anderem bei den digitalen Fahrplan- und Ticketanwendungen ihr Knowhow teilen und die Kräfte bündeln. Von den dadurch entstehenden Synergien versprechen sich die Verantwortlichen Einsparungen in Millionenhöhe.

Sparen ist jedoch nicht das primäre Ziel. Vielmehr gehe es darum, mit weniger Geld mehr zu machen und dies erst noch besser und schneller, sagte der SBB-Chef gegenüber Keystone-SDA. Meyer hofft zudem, dass der Schulterschluss Signalwirkung für die ganze Branche hat.

Neue App schon Ende Jahr

Erstes Projekt der Kooperation ist eine neue Mobilitätsplattform der beiden Unternehmen. Auf der App sollen die Reisenden ein umfassendes Angebot vorfinden, so etwa Informationen über die Auslastung von Verbindungen oder allfällige Störungen.

Zusätzlich sollen auch Car-, Bike- und Ridesharing-Angebote direkt in der App gebucht werden können. Als weitere Dienstleistungen sollen später neben automatischem Ticketing auch kurzfristige und sitzplatzgenaue Reservationen in den Zügen hinzukommen.

Ohne Uber

Als Partner für die neue App stehen nach Angaben Meyers unter anderem Mobility, Publibike oder Taxiunternehmen zur Diskussion, nicht jedoch Uber. Der Fahrdienstleister erfülle nach wie vor gewisse Anforderungen in sozialer Hinsicht sowie bezüglich der Vertrauenswürdigkeit im Umgang mit Daten nicht, sagte Meyer.

Durchaus offen zeigten sich die Chefs der Transportunternehmen dagegen für die Integration weiterer ÖV-Unternehmen in die neue App. SBB und Postauto beanspruchten keineswegs Exklusivität.

Ihre gemeinsame Mobilitätsapp wollen Postauto und SBB bereits Ende Jahr als Testversion in Betrieb nehmen. Im Hinblick darauf wurde am Donnerstag ein Pilotprojekt gestartet: Postauto verlinkt den Online-Fahrplan und den Ticket-Shop der SBB auf der eigenen Website. Die SBB ihrerseits testet, wie sie in ihren Online-Kanälen den Bahnkunden Angebote von Postauto prominenter anzeigen könnte.

Selbstfahrende Fahrzeuge

Zusammenspannen wollen SBB und Postauto auch im Bereich des automatisierten Fahrens und der selbstfahrenden Fahrzeuge. Es sei sinnvoll, diese Technologie gemeinsam weiterzuentwickeln. Ihre laufenden Versuche mit selbstfahrenden Bussen in Zug (SBB) und Sitten (Postauto) führen die beiden Unternehmen aber voraussichtlich getrennt weiter.

Die Gewerkschaft Syndicom begrüsste in einer Mitteilung die Kooperation der beiden Unternehmen bei Innovationsprojekten, so lange diese der Verbesserung des Service public diene. Syndicom plädierte gleichzeitig für einen gemeinsamen Innovationsfonds für den gesamten subventionierten öffentlichen Verkehr. So könne verhindert werden, dass jedes ÖV-Unternehmen mit öffentlichem Geld eigene Apps entwickle.

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