Schweizer Finanzchefs rechnen mit erhöhtem Druck auf die Margen

Die Sorgenfalten auf den Stirnen der Finanzchefs von Schweizer Unternehmen sind noch tiefer geworden. Nur noch knapp die Hälfte der CFOs erwartet einen höheren Umsatz im kommenden Jahr.

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Die Schweizer Finanzchefs rechnen mit erhöhtem Druck auf die Margen. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Die Schweizer Finanzchefs rechnen mit erhöhtem Druck auf die Margen. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

(sda/awp)

Zudem rechnen sie mit einem höheren Druck auf die Margen, wie einer am Montag veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Deloitte zu entnehmen ist.

Die im September befragten Finanzchefs erwarten ein schwaches Wirtschaftswachstum für die Schweiz. 17 Prozent würden gar eine Rezession erwarten, schreiben die Studienautoren. Dabei seien die Erwartungen zum dritten Mal in Folge zurückgegangen.

Dabei geht noch knapp die Hälfte der CFOs von steigenden Umsätzen aus: Vor Jahresfrist waren es noch 69 Prozent gewesen. Bei den Margen rechnen aber bereits mehr Schweizer Finanzchefs mit einem Rückgang als mit einem Anstieg. Damit sind zum ersten Mal seit 2017 die Margenerwartungen negativ (Nettosaldo -5%). Zudem gehen die Schweizer Finanzchefs mehrheitlich von sinkenden Mitarbeiterzahlen aus. 35 Prozent rechnen damit, dass ihr Unternehmen innert Jahresfrist weniger Menschen beschäftigen wird, 30 Prozent gehen von mehr Angestellten aus.

Abnehmende Risikobereitschaft

Die finanziellen Aussichten ihres eigenen Unternehmens für die nächsten 12 Monate sieht die Hälfte der Befragten zwar noch positiv. Das ist jedoch ein klarer Rückgang im Vergleich zum Rekordwert von 70 Prozent im Herbst 2018. Rund zwei Drittel der CFOs schätzen zudem die Unsicherheit in ihrem Unternehmensumfeld als hoch ein, vor einem Jahr lag dieer Wert noch auf dem Rekordtief von 40 Prozent.

Abgenommen hat auch die Risikobereitschaft der Finanzchefs. Nur noch 19 Prozent sind bereit, mehr Risiken in die Bilanz zu nehmen. Das ist der dritte Rückgang in Folge. Im Vergleich zu den Kollegen in Deutschland (8%) oder Grossbritannien (7%) sind die Schweizer aber noch deutlich risikobereiter.

Überhaupt sind die Schweizer insgesamt etwas optimistische als die Kollegen im Ausland eingestellt. So betrachten beispielsweise 95 Prozent der Befragten in Deutschland und 96 Prozent in Grossbritannien die Unsicherheiten als hoch ein, während es in der Schweiz wie erwähnt die Hälfte sind.

Die grössten Belastungen für die Schweizer Unternehmen sind gemäss Deloitte der wieder erstarkende Franken und das schwierigere Aussenhandelsumfeld.