Schweizer Forscher machen aus Biomasse Chemikalien «am Fliessband»

Aus nicht-essbaren Pflanzen können nützliche Chemikalien hergestellt werden, etwa als Basis für Kunststoffe, Düngemittel, Biotreibstoffe, Lösungsmittel, Pestizide und Medikamente. Schweizer Forscher haben nun herausgefunden, wie das alles in einem Aufwasch geht.

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Holzabfälle sind eine hervorragende Alternative zu Rohöl. Sie liefern Grundstoffe für Medikamente, Plastik sogar Düsentreibstoff. Eine Schweizer Studie zeigt, wie möglichst viele chemische Produkte auf einer einzigen Produktionsstrasse aus solcher Biomasse hergestellt werden können.

Holzabfälle sind eine hervorragende Alternative zu Rohöl. Sie liefern Grundstoffe für Medikamente, Plastik sogar Düsentreibstoff. Eine Schweizer Studie zeigt, wie möglichst viele chemische Produkte auf einer einzigen Produktionsstrasse aus solcher Biomasse hergestellt werden können.

Keystone/MARTIN RUETSCHI
(sda)

«Lignozellulose-Biomasse aus nicht essbaren Pflanzen wie Gras, Blättern und Holz, die nicht mit Nahrungspflanzen konkurrieren, ist reichlich vorhanden und erneuerbar und bietet eine grossartige Alternative zu Erdöl für eine ganze Palette von Chemikalien», heisst es in einer Mitteilung der Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) vom Donnerstag.

Das wusste man schon. An der EPFL selber sind vor ein paar Jahren im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Ressource Holz» Verfahren zur Herstellung verschiedener Stoffe aus Holz und Konsorten entwickelt worden.

Neu ist nun eine Art mikrobielle Montagelinie, in die gleichsam vorne Lignozellulose-Biomasse hineingegeben wird und hinten die verschiedensten Chemikalien herauskommen. Die Diversifizierung erfolgt im letzten Montageschritt, wo verschiedene Milchsäure-fressende Mikroorganismen als kleine Helferlein je eigene chemische Produkte herstellen.

Die Forscher der EPFL, der Berner Fachhochschule (BFH) und der Universität Cambridge nennen dieses Fliessband «Laktatplattform». Die - mit Worten des Teams - «bahnbrechende Studie» wird in der Fachpublikation «Science» veröffentlicht. Angeführt wurde sie von Robert Shahab, einem Doktoranden der EPFL, der die zündende Idee hatte und sie im Labor von Professor Jeremy Luterbacher umsetzte. Die Leitung der Studie übernahm Professor Michael Studer von der BFH.