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Schweizer Spitzenmanager verdienen 2017 im Schnitt leicht weniger

Die Lohnschere zwischen den höchsten und tiefsten Löhnen in der Schweiz ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Allerdings gingen erneut die höheren Löhne überwiegend an Männer. Die Unia fordert mehr Tempo und verstärkte Lohnkontrollen.
Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin ist derzeit die einzige Frau unter den 39 bestbezahlten Schweizer CEOs. (Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin ist derzeit die einzige Frau unter den 39 bestbezahlten Schweizer CEOs. (Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER)

(sda)

Für die Gewerkschaften geht die Anpassung der Lohngefälle in Schweizer Unternehmen zu langsam vorwärts. Fünf Jahre nach Annahme der Abzocker-Initiative habe sich an den exorbitanten Managerlöhnen wenig geändert, kommentierte Unia die am Donnerstag veröffentlichte Studie.

So blieben die Cheflöhne in den 39 untersuchten Unternehmen nach Ansicht der Gewerkschaft auch 2017 hoch: Durchschnittlich rund 4,4 Millionen Franken Lohn erhielt ein CEO in der Schweiz. Das ergibt in der Summe 172 Millionen Franken.

Damit verringerten sich die Managerlöhne gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent. Weil sich aber die Gewinne der Unternehmen viel stärker zurückbildeten - im Schnitt um 24 Prozent -, sei die Vergütung an die Manager nach wie vor zu hoch, argumentiert die Gewerkschaft. Zähle man die weiteren Lohnbestandteile dazu, sei im vergangenen Jahr fast eine Milliarde Franken an die Manager ausbezahlt worden.

Grösste Lohnschere in der Pharmabranche

Was die Lohnschere anbelangt, so sei der Abstand zwischen den höchsten und den tiefsten Löhnen zwar zurückgegangen, aber noch immer gross. In Zahlen ausgedrückt reduzierte sich das Gefälle insgesamt um 14 Prozent auf 1 zu 143 (2016: 1 zu 164).

In den einzelnen Unternehmen verringerte sich die Lohnschere jedoch nur um 7 Prozent, schreibt die Unia. Der Grund für diesen Unterschied liege in der Berechnung. Bei der Berechnung der gesamten Lohnschere wird laut Unia grösseren Unternehmen entsprechend der Anzahl Angestellten mehr Gewicht eingeräumt.

Der stärkere Rückgang der gesamten Lohnschere erkläre sich denn auch hauptsächlich durch das kleinere Gehalt des neuen Nestlé-Chefs Ulf Mark Schneider, da Nestlé als global tätiges Unternehmen mit über 320‘000 Beschäftigten weltweit verhältnismässig stark ins Gewicht falle. Schneider verdiente in seinem ersten Jahr mit knapp 7,9 Millionen Franken - 30 Prozent weniger als sein Vorgänger Paul Bulcke.

Über die unterschiedlichen Branchen betrachtet, war die Lohnschere wie bereits im Vorjahr in der Pharmabranche (1 zu 213) am grössten, gefolgt von der Banken- und Versicherungsbranche (1 zu 195). Am unteren Ende der Skala befinden sich die Detailhändler Migros und Coop. Dort seien die Höchstlöhne weniger als 20-mal so hoch wie die jeweiligen Tiefstlöhne. Angeführt wird die Liste mit der grössten Lohnschere erneut von der UBS (1 zu 273).

Nur eine Frau dabei

Mit Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin gibt es nur eine Frau unter den bestbezahlten Managern. Sie verdiente letztes Jahr knapp 2 Millionen Franken und befindet sich damit im letzten Drittel der Rangliste. Die Untervertretung von Frauen in den Chefetagen könnte mitunter ein Grund sein, dass Frauen insgesamt 18,1 Prozent weniger verdienten als Männer, schreibt die Unia.

Zum anderen arbeiteten auch viele Frauen in der Pflege, Betreuung oder im Detailhandel, wo deutlich tiefere Löhne bezahlt würden. Die besser bezahlten Positionen seien in diesen Berufen zudem mehrheitlich mit Männern besetzt. Die Unia fordert deshalb, dass systematische und verbindliche Lohnkontrollen durchgesetzt werden.

Den höchsten Cheflohn bezahlte im letzten Jahr erneut die Schweizer Grossbank UBS. Ihr Chef Sergio Ermotti kassierte einen Bruttolohn von 14,2 Millionen Franken. Damit hat er 3,6 Prozent mehr verdient als im Vorjahr.

Am Freitag wird Travail.Suisse zum Thema Managerlöhne eine Medienkonferenz abhalten. Der Gewerkschaftsdachverband untersuchte ebenfalls die Lohnschere in Schweizer Unternehmen.

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