Sechs Kantone wählen neun Ständeratsmitglieder

Sechs Kantone wählen am (heutigen) Sonntag neun Ständeratsmitglieder. Es sind Bern, Zürich, St. Gallen, Solothurn, Zug und das Tessin. In Bern ist die Ausgangslage besonders spannend.

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Noch einmal auszählen: In den Kantonen Zürich, Bern, St. Gallen, Solothurn, Zug und Tessin werden heute neun Ständeratsmitglieder gewählt. (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

Noch einmal auszählen: In den Kantonen Zürich, Bern, St. Gallen, Solothurn, Zug und Tessin werden heute neun Ständeratsmitglieder gewählt. (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

(sda)

Bürgerlich steht in dem Kanton Bern Rot-Grün gegenüber: Der wieder antretende Berner Hans Stöckli (SP) und Grünen-Parteipräsidentin Regula Rytz stehen auf einem Ticket, Hans Salzmann (SVP) und Christa Markwalder (FDP) auf dem andern.

Im ersten Wahlgang hatten Stöckli und Rytz die besten Resultate; Salzmann folgte allerdings relativ dicht hinter Rytz. Die Frage ist, ob die Grünen-Parteipräsidentin weiterhin von der grünen Welle profitiert und wem die Wähler von BDP, GLP und EVP ihre Stimmen geben. Ihre Kandidierenden zogen sich nach dem ersten Wahlgang zurück.

FDP kämpft um Tessiner Sitz

Im Tessin erreichten im ersten Wahlgang weder Filippo Lombardi (CVP) als Bisheriger noch andere Kandidierende das absolute Mehr. Hinter Lombardi platzierte sich am 20. Oktober Marco Chiesa (SVP), noch vor Giovanni Merlini, der den FDP-Sitz nach dem Rücktritt von Fabio Abate verteidigen soll. Vierte im Rennen ist Marina Carobbio (SP).

Verliert die FDP ihren Sitz im Stöckli, wäre das eine schwere Niederlage für die im Südkanton traditionell starken Freisinnigen. Sie würden im Tessin erstmals überhaupt keinen Ständerat stellen.

Auch in St. Gallen werden am Sonntag beide Ständeratssitze vergeben. Die Bisherigen Benedikt Würth (CVP) und Paul Rechsteiner (SP) haben die besten Karten. FDP und SVP wünschen eine bürgerliche Vertretung von St. Gallen im Stöckli. Die FDP zog daher ihren Kandidaten Marcel Dobler zu Gunsten von Roland Rino Büchel von der SVP zurück.

Noser gegen Schlatter in Zürich

Zürich, Zug und Solothurn haben noch je einen Sitz im Ständerat frei. In Zürich stehen sich in der Ausmarchung die grüne Kantonsrätin Marionna Schlatter und der Bisherige Ruedi Noser (FDP) gegenüber. Noser erreichte im ersten Wahlgang zwar das zweitbeste Resultat, verpasste aber das absolute Mehr deutlich.

Im Kanton Zug stellen seit 50 Jahren CVP und FDP die Ständeräte. Die CVP hat ihren Ständerat Peter Hegglin bereits im Trockenen, während FDP, SVP und die Alternative - die Grünen (ALG) gegeneinander um den Sitz kämpfen, den bisher die FDP hielt. Ihr Vertreter Joachim Eder war zurückgetreten.

In Solothurn muss der Bisherige Roberto Zanetti (SP) sich im zweiten Wahlgang gegen Christian Imark von der SVP durchsetzen, um seinen Sitz zu halten. Die FDP zog ihren Kandidaten zurück, gab aber gleichzeitig keine Wahlempfehlung ab.

Letzte Wahlgänge in einer Woche

Nach den zweiten Wahlgängen am Sonntag werden am 24. November noch die letzten vier Sitze in der kleinen Kammer vergeben. Dann werden die beiden Aargauer Ständeräte, der zweite Schwyzer Sitz und der einzige Sitz des Kantons Basel-Landschaft besetzt.