Solothurner Bauern protestieren mit Mahnfeuern gegen A1-Ausbau

Mit mehreren Warnfeuern entlang der Autobahn A1 haben Bauern im Kanton Solothurn am Mittwochabend gegen den geplanten Ausbau des Abschnitts von vier auf sechs Spuren protestiert. Sie fordern eine Verringerung des Kulturlandverbrauchs.

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Der A1-Autobahnschnitt zwischen Luterbach und Härkingen in den Kantonen Solothurn und Bern ist ein Engpass. Es kommt zu Verkehrsüberlastungen und Unfällen. Der Abschnitt soll auf sechs Spuren ausgebaut werden. (Bild: KEYSTONE/KANTONSPOLIZEI SOLOTHURN)

Der A1-Autobahnschnitt zwischen Luterbach und Härkingen in den Kantonen Solothurn und Bern ist ein Engpass. Es kommt zu Verkehrsüberlastungen und Unfällen. Der Abschnitt soll auf sechs Spuren ausgebaut werden. (Bild: KEYSTONE/KANTONSPOLIZEI SOLOTHURN)

(sda)

Die Bauern wollen ihre Forderung mit einem Brief an Bundesrätin Simonetta Sommaruga unterstreichen. Man sei sehr besorgt über die rasanten Kulturlandverluste in der Gegend des solothurnischen Gäus, heisst es im Schreiben an die Vorsteherin des Eidg. Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek).

Die wirtschaftliche Entwicklung, der Ausbau der Autobahn A1 auf sechs Spuren zwischen Luterbach und Härkingen in den Kantonen Solothurn und Bern sowie der Hochwasserschutz entzögen der Landwirtschaft laufend erhebliche Flächen.

Die Bauern verlangen, dass der Ausbau der A1 auf einer Länge von 21,9 Kilometern möglichst flächensparend erfolgt. Die Flächenverluste sollten den aktiven Landwirtschaftsbetrieben vollständig kompensiert werden.

«Es wäre eine Illusion, wenn wir verlangen würden, dass die Autobahn nicht kommt, auch wenn es aus Sicht des Bodens die beste Lösung wäre», sagte Peter Brügger, Sekretär des Solothurner Bauernverbandes, in einem Interview der «Solothurner Zeitung». Daher stelle man «realistische Forderungen».

Ausbau für 886 Millionen Franken

Das Ausführungsprojekt für den 886 Millionen Franken teuren Ausbau wurde im Mai öffentlich aufgelegt. Mehr als 80 Einsprachen gingen ein. Der Solothurner Regierungsrat begrüsst das Erweiterungsprojekt.

Er setzt sich jedoch für einen «landwirtschaftsverträglichen Ausbau» ein. Das Projekt weisst gemäss Regierungsrat mit 8 statt 11,7 Hektaren einen deutlich geringeren Kulturlandverlust auf als ursprünglich vorgesehen.

Die Ausbauarbeiten für den A1-Abschnitt werden gemäss Bundesamt für Strassen (Astra) rund acht Jahre dauern. Der Baustart soll frühestens im Jahr 2022 erfolgen.

Auf jeder Seite der Autobahn ist der Bau einer zusätzlichen Spur geplant. Damit sollen die Verkehrssicherheit erhöht, ein Engpass beseitigt und der Verkehr verflüssigt werden. Gleichzeitig sollen die heutigen Vorgaben betreffend Lärm-, Umwelt- und Gewässerschutz umgesetzt werden.

Auf dem Abschnitt verkehren 87'000 Fahrzeuge pro Tag. Das Astra rechnet damit, dass im Jahr 2030 pro Tag 100'000 bis 110'000 Fahrzeuge verkehren. Der Abschnitt war in den Jahren 1966/67 eröffnet worden.