St. Galler Kinderfest 2021 fällt dem Sparhammer zum Opfer

Die Stadt St. Gallen verzichtet 2021 auf das traditionelle, alle drei Jahre stattfindende Kinderfest. Diese und weitere Sparmassnahmen hat der Stadtrat bekanntgegeben. Die Stadtfinanzen sind wegen der Coronakrise und strukturellen Problemen in Schieflage.

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Das traditionelle, alle drei jahre stattfindende St. Galler Kinderfest fällt 2021 aus Spargründen und wegen der Coronakrise aus (Archivbild von 2015).

Das traditionelle, alle drei jahre stattfindende St. Galler Kinderfest fällt 2021 aus Spargründen und wegen der Coronakrise aus (Archivbild von 2015).

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
(sda)

Es seien einschneidende Massnahmen nötig, damit die Stadt langfristig finanziell handlungsfähig bleibe, sagte Stadtpräsident Thomas Scheitlin am Dienstag vor den Medien. Zu einem strukturellen Defizit von 30 Millionen Franken kommen jetzt noch Steuerausfälle von geschätzten 20 Millionen wegen der Coronakrise hinzu.

Weitere neun Millionen entgehen der Stadt wegen der Steuerreform Staf. Ohne Gegenmassnahmen wäre das Eigenkapital von rund 80 Millionen Franken Ende 2021 aufgebraucht. Der Stadtrat setzt deshalb auf eine Aufgaben- und Leistungsüberprüfung «Fokus25». Zusätzlich wird in allen Bereichen gespart, werden Reserven aufgelöst und Bauprojekte verschoben.

Auf diese Weise will die Stadtregierung das Defizit 2021 auf 30 Millionen Franken herunterbringen. So fällt das geplante Kinderfest im kommenden Jahr aus, mit einem Spareffekt von 1,4 Millionen Franken. Der Traditionsanlass findet erst 2024 wieder statt. Weiter sparen die Schulen beim Pensenpool und bei Neuanschaffungen.

Weniger Geld für Kitas

Auch bei den der schulischen Kinderbetreung und den Kitas wird der Rotstift angesetzt. Ob und wie stark die Gebühren steigen, hängt laut Sozialdirektorin Sonja Lüthi vom strukturierten Dialog ab. In diesem Projekt haben sich der Kanton und die Gemeinden darauf verständigt, die Mindererträge aus dem Systemwechsel beim Bundesfinanzausgleich gemeinsam zu tragen.

Frei werdende Stellen in der Verwaltung will der Stadtrat erst nach sechs Monaten Wartefrist wieder besetzen. Von neu geplanten Stellen wird nur die Hälfte bewilligt. Die Auflösung von Vorfinanzierungen soll die Stadtkasse um weitere 18 Millionen Franken entlasten. Die Stadtwerke sollen fünf Millionen Franken mehr Gewinn abliefern.

In der Investitionsplanung werden Kredite für das Kunstmuseum, das Volksbad und das Schulhaus Kreuzbühl um bis zu sechs Jahre verschoben. Detaillierte Zahlen wird der Stadtrat mit dem Budgetbericht im kommenden Oktober präsentieren.