Störung nach Fahrleitungsbeschädigung dauert noch mehrere Stunden

Die SBB reagieren nach dem Fahrleitungsschaden beim Bahnhof Bern mit einem Notbetrieb. Die massive Störung wird aber bis gegen Abend andauern. Tausende Reisende sind betroffen und suchen Alternativlösungen.

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Die Reparaturarbeiten an den Fahrleitungen dauerten bis am späten Freitagnachmittag.
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Kleine Ursache, grosse Wirkung: die beschädigte Fahrleitung vor der Osteinfahrt in den Hauptbahnhof Bern.
Tausende Zugpassagiere waren von der Panne beim Berner Hauptbahnhof betroffen und suchten nach Orientierung.
Wie komme ich nun bloss weiter? Gestrandete Zugpassagiere orientieren sich unter der grossen Anzeigetafel im Hauptbahnhof Bern.

Die Reparaturarbeiten an den Fahrleitungen dauerten bis am späten Freitagnachmittag.

KEYSTONE/Anex Anthony
(sda)

Die umfangreichen Reparaturarbeiten an der heruntergerissenen Fahrleitung dauerten voraussichtlich bis in den späten Nachmittag hinein, teilten die SBB auf ihrer Internetseite mit. Die Ursache des Defektes werde nach wie vor untersucht.

Die Störung ereignete sich um 8.30 Uhr unmittelbar vor dem Osteingang des Hauptbahnhofs Bern. Der IC61 von Basel nach Interlaken blieb nach der Ausfahrt mit einem abgerissenen Stromabnehmer zwischen Bern und Wyler stehen. Dabei wurde auch die Fahrleitung beschädigt.

Ein Gleis und kurze Perrons

Das Notfallkonzept sieht vor, eines von vier Ein- und Ausfahr-Geleisen sowie einige kurze Perrons wieder zu öffnen, sagte SBB-Sprecher Raffael Hirt am frühen Freitagnachmittag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Wie viele Züge wann so wieder fahren könnten, sei jedoch noch schwierig abzuschätzen. Während dieses Notbetriebs wird die beschädigte Fahrleitung im Nadelör zwischen Wankdorf und Bern repariert. Auch eine Totalsperre hatte im Raum gestanden.

Anfahren des Normalbetriebs braucht Zeit

Egal wie schnell die Reparatur gelinge, die Einschränkungen werden laut Hirt auch nach Anfahren des Normalbetriebs noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Zuerst müssten die Züge wieder in die richtigen Positionen gebracht und die Ersatzbusse weggestellt werden.

Im Moment werden die Züge auf den Durchmesserlinien in den Vorortbahnhöfen gewendet, teilweise schon in Olten. Reisende müssen über die Jurasüdfuss-Linie von West nach Ost reisen, nach Bern via Neuenburg. Die Verbindung ins Berner Oberland erfolgt ohne Halt in Bern über die Verbindungslinie Zollikofen-Ostermundigen.

RBS reagiert mit längeren Zügen

Auch der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) hat auf die Notsituation bei den SBB in der Region Bern reagiert. Wie Mediensprecher Stefan Häberli auf Anfrage erklärte, verkehrt die Linie S8 des RBS mit zusätzlichem Rollmaterial (längere Züge).

Weil viele Passagiere zwischen Bern und Zollikofen auf den RBS ausweichen, könne es zu Verspätungen auf den Linien S8 (Bern-Jegenstorf) und RE (Bern-Solothurn) kommen. Ansonsten würden die Züge des RBS jedoch nach Normalfahrplan verkehren und seien von der Störung nicht direkt betroffen.