Strafverfahren gegen Mitarbeiter von Tessiner Altersheim eröffnet

Nach zahlreichen Corona-Todesfällen in einem Altersheim in Sementina TI hat die Tessiner Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren eröffnet. Drei Personen werden fahrlässige Tötung und Verstoss gegen das Epidemiengesetz vorgeworfen.

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Todesurteil Coronavirus: In einem Altersheim im Tessin sind im Frühjahr über zwanzig Bewohnerinnen und Bewohner an Covid-19 gestorben.

Todesurteil Coronavirus: In einem Altersheim im Tessin sind im Frühjahr über zwanzig Bewohnerinnen und Bewohner an Covid-19 gestorben.

KEYSTONE/Ti-Press/PABLO GIANINAZZI
(sda)

Dabei handelt es sich um den Generaldirektor, die ärztliche Direktorin und eine weitere Person.

Dies teilten die Tessiner Staatsanwaltschaft und die Gemeinde Bellinzona am Dienstagabend mit. Die Beschuldigten seien bereits befragt worden. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, gegen die behördlichen Vorgaben verstossen zu haben. Alle haben in dem betroffenen Heim in Sementina gearbeitet. Die Gemeinde Bellinzona schrieb von vier betroffenen Mitarbeitenden.

Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren nach Prüfung der Unterlagen eröffnet, die der kantonsärztliche Dienst zusammengestellt hatte. Die Untersuchung wird von Generalstaatsanwalt Andrea Pagani und Staatsanwältin Pamela Pedretti geleitet. Für alle Angeschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Zwischen März und Mai 2020 waren in dem Heim laut Medienberichten über zwanzig Bewohnerinnen und Bewohner an Covid-19 gestorben.