Sturmtief Bianca fegt über die Schweiz hinweg

Mit kräftigen Böen ist am Donnerstagabend das Sturmtief Bianca über die Schweiz gefegt. Auf dem Chasseral wurden mit 172 Kilometern pro Stunde und auf dem Säntis mit 168 km/h die höchsten Werte gemessen, wie SRF Meteo am Freitag mitteilte.

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Das Sturmtief Bianca hat auf den Schweizer Berggipfeln zu Windgeschwindigkeiten von über 100 Kilometern pro Stunde geführt.

Das Sturmtief Bianca hat auf den Schweizer Berggipfeln zu Windgeschwindigkeiten von über 100 Kilometern pro Stunde geführt.

KEYSTONE/WALTER BIERI
(sda)

Zahlreiche Berggipfel meldeten Orkanböen. Der Sturm tobte jedoch auch in den Voralpen. So wurde in Einsiedeln eine Windgeschwindigkeit von 131 Kilometern pro Stunde gemessen. In Gersau LU waren es 128 und in Plaffeien FR 122 Stundenkilometer.

Das Randtief Bianca hatte sich in einer kräftigen Westströmung entwickelt. Es verlagerte sich innerhalb eines Tages von Cornwall in die Tschechische Republik. Am Abend zog das Tief dann knapp nördlich an der Schweiz vorbei.

Wie üblich bei solchen Randlagen gab es die stärksten Böen am Südrand des Tiefs. So lag das Band mit den höchsten Windwerten in der Schweiz zwischen dem Jura und dem Alpenrand.

Gekippter Laster - geknickter Strommast

Aus dem Mittelland wurden denn auch die Schäden gemeldet. In Regensdorf ZH stürzte am Donnerstagabend ein umgewehter Baum auf ein Auto. Dabei wurde der 44-jährige Lenker leicht verletzt, wie die Kantonspolizei meldete. Er musste ins Spital. Auch in Bülach fiel ein Baum auf ein Auto. Insgesamt gingen im Kanton Zürich knapp 40 Schadenmeldungen ein, die meisten wegen umgewehten Bäumen oder Baustellenabschrankungen.

Im Kanton Solothurn standen rund ein Dutzend Feuerwehren und die Polizei im Einsatz. Auf der Autobahn A1 bei Oensingen SO wehte der Sturm am Donnerstagabend einen Sattelschlepper um. Das unbeladene Gefährt kippte auf die Seite und kam auf der Überholspur zu liegen. Zur Bergung war ein Spezialkran nötig. Darüber hinaus gab es umgestürzte Bäume, umgeworfene Baustellensignale und von Dächern weggewehte Ziegel.

Im Kanton Aargau waren am Donnerstagabend 18 Verbindungsstrassen vorübergehend gesperrt. Heftige Böen rissen in Windisch das Dach einer Turnhalle herunter. In Leuggern brach ein Strommast unter der Wucht des Winds. Dadurch fiel der Strom in mehreren Gemeinden für über zwei Stunden aus. Kantonsweit standen mehr als 25 Feuerwehren im Einsatz. Die Notrufzentrale registrierte rund 60 Schadenmeldungen.