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Swisscom wehrt sich gegen drohende 5G-Moratorien

Der Widerstand gegen das Mobilfunknetz der nächsten Generation (5G) nimmt zu. Die Swisscom wehrt sich nun gegen Moratorien, wie sie in diversen Kantonen und Gemeinden diskutiert werden.
Ein Geschäft von Swisscom (Archivbild). (Bild: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)

Ein Geschäft von Swisscom (Archivbild). (Bild: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)

(sda/awp)

Dem schnelleren 5G-Netz schlägt vor allem in der Westschweiz Skepsis entgegen. Das Genfer Kantonsparlament überwies kürzlich eine Motion für ein Moratorium von 5G-Antennen auf dem Kantonsgebiet.

Diskussionen um ein Moratorium gab es auch in der Waadt. Und im Jura will die Kantonsregierung einen Bericht zur Umweltverträglichkeit von 5G abwarten. Laut Medienberichten gibt es auch in Deutschschweizer Kantons- und Gemeindeparlamenten Widerstand.

«Schweiz würde abgehängt»

Die Swisscom, die Anfang Jahr für 196 Millionen Franken 5G-Frequenzen ersteigert hat, setzt sich nun zur Wehr. Solche Moratorien würden den Ausbau naturgemäss bremsen, sagte Konzernchef Urs Schaeppi am Donnerstag im Rahmen der Zahlenpräsentation zum ersten Quartal. Wirtschaft und Gesellschaft seien aber auf «topmoderne und schnelle Netze» angewiesen, sonst gerate die Schweiz international ins Hintertreffen.

Seiner Meinung nach würden solche Moratorien auch gegen Bundesrecht verstossen. Denn mit der Konzessionsvergabe sei ein Versorgungsauftrag verbunden.

«Die Politik muss nun Farbe bekennen», forderte Schaeppi. Eine Klagedrohung wollte er aber nicht in den Raum stellen. Er setzt vielmehr auf Aufklärung. Für die Befürchtungen rund um 5G habe er zwar Verständnis. Die Schweiz habe aber zehnfach strengere Grenzwerte als die meisten europäischen Länder. Und diese würden eingehalten, betonte er.

Die Swisscom und Sunrise haben in den letzten Wochen 5G-Netze in Betrieb genommen. In diesen Tagen kommen auch die ersten 5G-fähigen Geräte in die Läden.

Schweiz-Geschäft erodiert weiter

Der grösste Schweizer Telekomkonzern publizierte am Donnerstag ausserdem seine Zahlen zum ersten Quartal. Beim Umsatz setzte sich das Muster der Vergangenheit fort: Swisscom erodiert im Hauptmarkt Schweiz (-1,9%) und wächst in Italien (+4,5%), wo aber nur rund ein Fünftel des Umsatzes anfällt. Insgesamt nahm der Konzernumsatz um 0,9 Prozent auf 2,86 Milliarden Franken ab.

Der Rückgang in der Schweiz wurde mit anhaltendem Preisdruck erklärt. Rückläufig entwickelte sich zudem einmal mehr auch die Festnetztelefonie. Bekanntlich verzichten wegen der Flatrate-Mobilfunkabos immer mehr Kunden auf einen solchen Anschluss.

In anderen Bereichen entwickelte sich das Geschäft aber gut. So wurden im Mobilfunk und im TV-Geschäft Abonnenten gewonnen.

Etwas profitabler

Trotz des Umsatzrückgangs ist die Swisscom etwas profitabler geworden. Der Betriebsgewinn (EBITDA) schnellte sogar um 5,8 Prozent in die Höhe - allerdings primär wegen eines buchhalterischen Effekts. Aber auch ohne diesen verbesserte sich diese Kennzahl um 1,4 Prozent. Und unter dem Strich steht ein 1,1 Prozent höherer Reingewinn von 383 Millionen.

Die gestiegene Profitabilität wurde mit einem verbesserten Ergebnis von Fastweb (EBITDA: +6,1%) und dem Sparprogramm in der Schweiz erklärt. Letzteres soll wie geplant fortgesetzt werden. Es sei nach wie vor das Ziel, 2019 und 2020 die Kosten um je 100 Millionen zu senken.

Dieses Sparprogramm ist aber mit einem Stellenabbau verbunden. Im ersten Quartal wurden in der Schweiz gut 100 Vollzeitstellen gestrichen. Insgesamt beschäftigt der Konzern noch gut 19'700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Analysten lobten diese «Kostenkontrolle» in ersten Kommentaren. An der Börse notiert die Swisscom-Aktie kurz vor Mittag aber kaum verändert.

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