Tigerweibchen attackiert und tötet Pflegerin im Zoo Zürich

Tragisches Unglück im Zoo Zürich: Eine 55-jährige Tierpflegerin ist am Samstagnachmittag von einem Tiger angefallen und getötet worden. Weshalb Tigerweibchen Irina auf die Pflegerin losging, ist noch unklar.

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Die Amurtigerin Irina im Tigergehege des Zoo Zürich im Juli 2019. Am Samstag verletzte sie eine Tierpflegerin tödlich.
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Zoo-Direktor Severin Dressen und Judith Hödl, Mediensprecherin der Stadtpolizei Zürich, am Samstag an der Medienkonferenz im Zoo Zürich zum Unfall im Tigergehege, wo eine Tierpflegerin von einem weiblichen Tiger angegriffen und tödlich verletzt wurde.

Die Amurtigerin Irina im Tigergehege des Zoo Zürich im Juli 2019. Am Samstag verletzte sie eine Tierpflegerin tödlich.

KEYSTONE/ZOO ZUERICH/Dirk Loddenkemper
(sda)

Ein Zoo-Besucher musste das tragische Ereignis um halb zwei Uhr am Nachmittag mitansehen. Er schlug Alarm, worauf sofort mehrere Zoo-Mitarbeitende zur Tiger-Anlage ausrückten und versuchten, ihrer Kollegin zu helfen. Irgendwann gelang es ihnen, Tigerweibchen Irina von seinem Opfer wegzulocken, es zu beruhigen und zu separieren.

«Für die Frau kam leider jede Hilfe zu spät», sagte Judith Hödl, Sprecherin der Stadtpolizei Zürich, vor den Medien. Sie sei noch im Tigergehege gestorben. Bei der getöteten Pflegerin handelte es sich um eine langjährige Mitarbeiterin. Weitere Angaben zu ihrer Person und ihrer Arbeit im Zoo machte die Polizei nicht.

Pfleger und Tiger nie im selben Raum

Eigentlich werden die Tiger im Zoo Zürich ohne menschlichen Kontakt gepflegt. Das heisst, dass Pfleger und Tiger nie im selben Raum sein dürfen. Weshalb dies hier nicht der Fall war, wird nun untersucht. Das Institut für Rechtsmedizin sicherte Spuren, die weitere Untersuchung wird nun von der Staatsanwaltschaft geführt.

Die Amurtigerin Irina wurde nach dem Unglück in einen abgetrennten Bereich gesperrt. Was nun mit ihr passiert, ist offen. Das hänge von den Untersuchungsergebnissen ab. Irina ist fünf Jahre alt und seit vergangenem Sommer im Zoo Zürich. Davor lebte sie in Dänemark.

Bisher habe sich Irina absolut normal, also «tigermässig» verhalten, sagte Zoo-Direktor Severin Dressen. Der 32-jährige Direktor, der erst seit wenigen Wochen in Zürich tätig ist, reagierte sichtlich betroffen auf das tödliche Unglück. «Es ist tragisch, eine Mitarbeiterin auf diese Weise zu verlieren», sagte er.

Seinen Einstieg in Zürich hatte sich Dressen wohl anders vorgestellt. Ein solch tragisches Ereignis gab es im Zürcher Zoo seit Jahrzehnten nicht mehr. Im vergangenen Dezember wurde zwar eine Pflegerin von einem Krokodil in die Hand gebissen, verglichen mit dem tödlichen Angriff ging der Vorfall damals jedoch glimpflich aus. Die Pflegerin überlebte, das Krokodil wurde erschossen.

Zoo bleibt am Sonntag zu

Aufgrund des tragischen Vorfalls vom Samstag bleibe der Zoo am Sonntag aus Pietätsgründen geschlossen, teilte der Zoo mit. «Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Mitarbeiterin», hiess es am Samstagabend auf Twitter.