Über 1000 Personen bei Protest gegen Rassismus in St. Gallen

Über tausend Menschen haben am Samstagnachmittag in St. Gallen gegen Gewalt und Rassismus gegenüber Schwarzen demonstriert. Parallel dazu machten rund 300 Frauen lautstark Druck für ihre Anliegen. Beide Kundgebungen verliefen friedlich.

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An der Kundgebung gegen Rassismus in St. Gallen nahmen viele junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer teil.
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Rund 300 Frauen erinnerten am Samstag in St. Gallen an die Anliegen des Frauenstreiks vom 14. Juni 2019. Die Zahl der Teilnehmerinnen war wegen des Corona-Pandemie begrenzt.
Die neue St. Galler SP-Regierungsrätin Laura Bucher (links) und Barbara Gysi, Präsidentin des St. Galler Gewerkschaftsbundes, (rechts) erinnerten am Samstag mit rund 300 weiteren Frauen an die Anliegen des Frauenstreiks vom 14. Juni 2019.
Hand in Hand gegen Rassismus: An der Demonstration in St. Gallen nahmen über 1000 Personen teil.

An der Kundgebung gegen Rassismus in St. Gallen nahmen viele junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer teil.

Nathalie Grand/Keystone-SDA
(sda)

Ein dunkelhäutiger Mann und eine hellhäutige Frau knieten Hand in Hand an der «Black Lives Matter»-Kundgebung im Park der St. Galler Kantonsschule. Sie sind sinnbildlich für die Anliegen der beiden Demonstrationen: «Nein zu Rassismus» und gegen Gewalt an Frauen.

Die meist jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Anti-Rassismus Demo waren am Samstag einem Aufruf gefolgt, der nach dem Tod von George Floyd am 25. Mai in Minneapolis in den USA erfolgt war. Die Veranstaltung fand fünf Tage nach der Beerdigung des bei einem brutalen Polizeieinsatz getöteten Afroamerikaners statt.

Die Kundgebungs-Teilnehmer versammelten sich am frühen Nachmittag auf dem St. Galler Bärenplatz. Eine junge dunkelhäutige Frau verlas die letzten Sätze Floyds, die auf Video festgehalten sind. Die Bilder der Polizeiaktion waren um die Welt gegangen. Der friedliche Demonstrationszug zog durch die Stadt und versammelte sich zum Schluss im Kantipark.

Nur wenige Hundert Meter entfernt machten rund 300 Frauen ein Jahr nach dem Frauenstreik auf ihre Anliegen aufmerksam. Am 14. Juni 2019 waren über 5000 Menschen durch die Strassen von St. Gallen gezogen. Die Frauen protestierten am Samstag in einem Sternmarsch auch gegen niedrige Löhne bei Pflegeberufen und die Geringschätzung der Care-Arbeit. Auch die neue St. Galler SP-Regierungsrätin Laura Bucher und die St. Galler Nationalrätin Barbara Gysi, Präsidentin des St. Galler Gewerkschaftsbundes, marschierten mit.