Über 2000 Demonstrierende an Klimastreik in Bern

Drei Tage nach der Räumung des Klimacamps auf dem Bundesplatz haben sich am Freitagnachmittag in Bern mehr als 2000 Personen am Klimastreik teilgenommen. Die Kundgebung stand auch im Zeichen eines weltweiten Klimaprotesttages.

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Die über 2000 Teilnehmenden zogen bei garstigem Wetter über die Kirchenfeldbrücke zum Wasisenhausplatz.
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«Mach mau öppis»: Die Demonstration auf dem Helvetiaplatz in Bern steht auch im Zeichen eines weltweiten Klimaprotesttages.
Klimaaktivisten balancieren einen Erdball.
Die Kundgebung startete auf dem Helvetiaplatz in Bern.

Die über 2000 Teilnehmenden zogen bei garstigem Wetter über die Kirchenfeldbrücke zum Wasisenhausplatz.

Keystone/Anthony Anex
(sda)

Zum freitäglichen Klimastreik in Bern aufgerufen haben die Aktivistinnen und Aktivisten von «Rise Up for Change». Sie hatten anfangs Woche für 48 Stunden den Bundesplatz besetzt, bevor es in der Nacht auf Mittwoch zu einer polizeilichen Räumung kam.

Die Protestierenden versammelten sich am Freitagnachmittag auf dem Helvetiaplatz und zogen durch die Innenstadt zum Waisenhausplatz, sangen und skandierten Parolen. Die Polizei tolerierte die unbewilligte Kundgebung, liess aber einen Weiterzug auf den Bundesplatz nicht zu und sperrte die Zugänge unter anderem mit einem Wasserwerfer ab.

Die Kundgebung endete mit Reden auf dem Waisenhausplatz. Mehrere Redner verwiesen auf die Dringlichkeit des Handelns und stellten die verschiedenen Forderungen der Klimabewegung vor.

Im Kampf gegen die Klimakrise gehe es auch um soziale, wirtschaftliche und politische Gerechtigkeit sowie internationale Solidarität, hiess es. Die Klimakrise lasse sich nicht wegdrängen, sagte eine Rednerin in Anspielung auf die Räumung vom Mittwoch. Man werde weiterkämpfen, hiess es unter grossem Applaus.

«Klima-Arena» statt SRF-Arena

Nach der Demonstration war eine «Klima-Arena» unter Beteiligung von Umweltwissenschaftlern geplant - dies als Gegenveranstaltung zur «Arena» von SRF. Die Mitglieder von «Rise Up for Change» hatten eine Einladung zur TV-Sendung abgelehnt, weil «Klimaleugner» wie SVP-Nationalrat Roger Köppel zur Gesprächsrunde eingeladen wurden.

Man wolle eine «eine ernsthafte und faktenbasierte» Debatte über die Forderungen der Bewegung sowie der Politik führen, schrieb «Rise Up for Change».

Weltweit haben Klimaaktivisten für den Freitag zu Aktionen aufgerufen. Laut der Bewegung «Fridays for Future» sind mehr als 3000 Klimastreiks vorgesehen, allein in Deutschland sollten mehr als 400 Demonstrationen stattfinden.