Vier Personen wollen in den Waadtländer Staatsrat

Für die Nachfolge der zurücktretenden Jacqueline de Quattro (FDP) im Waadtländer Staatsrat haben zwei Frauen und zwei Männer ihre Kandidatur angemeldet. Eine fünfte Kandidatur wurde für ungültig erklärt.

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Christelle Luisier, FDP-Politikerin und Favoritin für die Ersatzwahl von Jacqueline de Quattro (FDP) in den Waadtländer Staatsrat, wird überraschend von drei Kandidaten herausgefordert.

Christelle Luisier, FDP-Politikerin und Favoritin für die Ersatzwahl von Jacqueline de Quattro (FDP) in den Waadtländer Staatsrat, wird überraschend von drei Kandidaten herausgefordert.

Keystone/PETER KLAUNZER
(sda)

Beim kantonalen Wahlbüro sind vier gültige Wahllisten für vier Kandidaten eingegangen, wie das Wahlbüro am Dienstag mitteilte. Die Gültigkeitserklärung der Listen war am Montag um einen Tag verschoben worden, weil eine Kandidatur, die in letzter Minute eingegangen war, nicht den rechtlichen Bestimmungen entsprach.

Diese bedingen etwa, dass eine Kandidatin oder ein Kandidat im Kanton Waadt wohnt und 50 Fürsprecher hat. Die Mängel der eingereichten Liste mit dem Titel «Ethique et respect de la Constitution» ("Ethik und Respekt für die Verfassung») von Denis Erni, der in Estavayer-le-Lac im Kanton Freiburg wohnt, sind gemäss Mitteilung nicht innert der nötigen Frist beseitigt worden. Die Liste wurde daraufhin für ungültig erklärt.

Keine stille Wahl

Während ursprünglich mit einer stillen Wahl gerechnet wurde, kämpfen nun vier Personen um die Nachfolge der FDP-Politikerin Jacqueline de Quattro. Diese hatte nach ihrer Wahl in den Nationalrat am 20. Oktober per 1. November ihren Rücktritt aus der Kantonsregierung eingereicht. Sie war 12 Jahre im Amt.

In ihre Fussstapfen treten will die 45-jährige FDP-Politikerin und Stadtpräsidentin von Payerne, Christelle Luisier. Sie wurde von der Partei nominiert und gilt als grosse Favoritin. Zu ihren bevorzugten Themen gehören die Raumplanung, Gesundheit, Umwelt, Bildung und die Beziehung zwischen Kantone und Gemeinden.

Die FDP-Politikerin wird etwa herausgefordert von Juliette Vernier. Die Aktivistin der Klimabewegung präsentiert die ungewöhnlichste Kandidatur: Sie wurde am 11. Dezember per Los aus sieben Interessenten bestimmt. Die 19-Jährige ehemalige Studentin der Kunsthochschule Lausanne will die Forderungen der Klimastreik-Bewegung einbringen und das System reformieren, beispielsweise durch die Einführung einer Rotation ihres Regierungssitzes.

Schuhladenbesitzer und IT-Unternehmer

Ebenfalls zur Wahl steht der 56-jährige Guillaume Morand, genannt «Toto» Morand. Er ist der Chef des Schuhladens Pomp it Up und kandidiert nach 2012 und 2017 zum dritten Mal für einen Sitz im Regierungsrat. Sein Kredo lautet: Ein qualitatives Wachstum für den Kanton Waadt.

Als weiterer Kandidat stellt sich Jean-Marc Vandel zur Wahl. Der 51-jährige Informatiker gehört der Piratenpartei an und meldete seine Kandidatur vergangene Woche ebenso überraschend an wie Morand. Der IT-Unternehmer setzt sich für eine CO2-Neutralität bis 2030 im Kanton Waadt ein.

Die Ersatzwahl findet am 9. Februar statt. Ein zweiter Wahlgang würde am 1. März angesetzt.