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Vitamin-D-Bedarf lässt sich im Winter in der Schweiz kaum decken

Im Winter ist es in der Schweiz praktisch unmöglich, die von der WHO empfohlene Menge an körpereigenem Vitamin D zu produzieren. Vorher bekäme man einen Sonnenbrand, berichten Forschende.
Im Winter wäre stundenlanges ungeschütztes Sonnen nötig, um die empfohlene Menge Vitamin D zu produzieren. Vorher gibt es Sonnenbrand. (Bild: KEYSTONE/WALTER BIERI)

Im Winter wäre stundenlanges ungeschütztes Sonnen nötig, um die empfohlene Menge Vitamin D zu produzieren. Vorher gibt es Sonnenbrand. (Bild: KEYSTONE/WALTER BIERI)

(sda)

Vitamin D ist wichtig für eine gesunde Entwicklung, gesunde Knochen und schützt vermutlich vor Autoimmunerkrankungen, Atemwegsinfektionen und manchen Krebsarten. Der Körper produziert es in der Haut unter Sonneneinstrahlung.

Allerdings ist es in der Schweiz im Winter nahezu unmöglich, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene tägliche Dosis von 0,024 Milligramm auf diese Weise zu produzieren. Vorher bekommt man einen Sonnenbrand, zeigte kürzlich eine Studie im Fachblatt «Journal of Exposure Science & Environmental Epidemiology».

Ein interdisziplinäres Forschungsteam hat mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) ein Jahr lang Messungen der Sonneneinstrahlung an verschiedenen Orten in der Schweiz vorgenommen. Die Daten speisten die Wissenschaftler zusammen mit weiteren Messungen von der US-Raumfahrtbehörde Nasa in Computermodelle ein, um die nötige Dauer der Sonnenexposition für die Produktion von Vitamin D und das Sonnenbrandrisiko einzuschätzen.

Sechseinhalb Stunden Sonne nötig

Ihr Ergebnis: Im Sommer kann eine Person im T-Shirt, die somit 22 Prozent ihrer Haut exponiert, bereits innert 10 bis 15 Minuten ausreichend Vitamin D produzieren, wie der SNF am Montag mitteilte. Bereits rund 10 Minuten später kann bei ungeschützter Haut Sonnenbrand auftreten.

Im Winter jedoch sind meist nur Hände und Gesicht frei, was rund acht Prozent der Haut entspricht. Dies und der tiefere Sonnenstand, durch den die Sonnenstrahlen einen längeren Weg durch die Atmosphäre zurücklegen müssen, behindern die natürliche Produktion an Vitamin D.

Erst nach mindestens sechseinhalb Stunden wäre dann die empfohlene Tagesmenge des Vitamins erreicht. Das wäre nicht nur schwer umsetzbar, sondern auch gefährlich, denn vorher kommt es bereits zum Sonnenbrand und das Hautkrebsrisiko steigt, wie die Forschenden warnen.

Solarium meiden

Doch was tun gegen den Mangel an Vitamin D? «Unsere wichtigste Empfehlung ist derzeit, dass das Solarium im Winter gemieden werden sollte», liess sich David Vernez vom Zentrum Unisanté am Lausanner Universitätsspital zitieren. Das Risiko von Hautkrebs sei hier wesentlich grösser als ein allfälliger Nutzen.

Ob Nahrungsergänzungsmittel zu empfehlen sind, werde noch debattiert, hiess es in der Mitteilung des SNF. Bei Vitamin-D-Präparaten hatten Studien in jüngeren Vergangenheit teils zu hohe Dosierungen festgestellt, was zu unbewusster Überdosierung und Nebenwirkungen bis hin zu Vergiftungserscheinungen führen kann.

https://www.nature.com/articles/s41370-019-0137-2

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