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Vor 30 Jahren sagten Ausserrhodens Männer Ja zum Frauenstimmrecht

Vor 30 Jahren, an der denkwürdigen Landsgemeinde in Hundwil vom 30. April 1989, hat Appenzell Ausserrhoden als zweitletzter Kanton das Frauenstimmrecht eingeführt. 18 Jahre nach dem Ja des Schweizer Volks von 1971 war auch Ausserrhoden reif für diesen Schritt.
Zwei Frauen stehen 1983 ausserhalb des Rings auf einer Sitzbank, um das Geschehen an der Landsgemeinde von Appenzell Innerrhoden besser beobachten zu können, aufgenommen im April 1983. (Bild: Keystone/Str) Zwei Frauen stehen 1983 ausserhalb des Rings auf einer Sitzbank, um das Geschehen an der Landsgemeinde von Appenzell Innerrhoden besser beobachten zu können, aufgenommen im April 1983. (Bild: Keystone/Str)
«Stimmrecht für unsere Mütter»: Am 1. März 1969 beteiligten sich über 5000 Frauen und Männer am «Marsch auf Bern», um für das Frauenstimmrecht zu demonstrieren. (Bild Joe Widmer/Keystone)«Stimmrecht für unsere Mütter»: Am 1. März 1969 beteiligten sich über 5000 Frauen und Männer am «Marsch auf Bern», um für das Frauenstimmrecht zu demonstrieren. (Bild Joe Widmer/Keystone)
Am 1. März 1969 beteiligten sich über 5000 Frauen und Männer am «Marsch auf Bern», um für das Frauenstimmrecht zu demonstrieren. (Bild Joe Widmer/Keystone)Am 1. März 1969 beteiligten sich über 5000 Frauen und Männer am «Marsch auf Bern», um für das Frauenstimmrecht zu demonstrieren. (Bild Joe Widmer/Keystone)
Novum in der Schweiz: 1971 sind erstmals Frauen berechtigt, an eidgenössischen Wahlen teilzunehmen. Eine Appenzellerin wirft als erste Frau der Schweiz vor der Kanzlei im Hauptort Appenzell ihren Stimmzettel in die Urne. (Bild: Keystone/Paul Foschini)Novum in der Schweiz: 1971 sind erstmals Frauen berechtigt, an eidgenössischen Wahlen teilzunehmen. Eine Appenzellerin wirft als erste Frau der Schweiz vor der Kanzlei im Hauptort Appenzell ihren Stimmzettel in die Urne. (Bild: Keystone/Paul Foschini)
«Pantoffelhelden rächten sich an der Urne»: Am 1. März 1969 beteiligten sich über 5000 Frauen und Männer am «Marsch auf Bern», um für das Frauenstimmrecht zu demonstrieren. (Bild Joe Widmer/Keystone)«Pantoffelhelden rächten sich an der Urne»: Am 1. März 1969 beteiligten sich über 5000 Frauen und Männer am «Marsch auf Bern», um für das Frauenstimmrecht zu demonstrieren. (Bild Joe Widmer/Keystone)
Am 1. März 1969 beteiligten sich über 5000 Frauen und Männer am «Marsch auf Bern», um für das Frauenstimmrecht zu demonstrieren. (Bild Joe Widmer/Keystone)Am 1. März 1969 beteiligten sich über 5000 Frauen und Männer am «Marsch auf Bern», um für das Frauenstimmrecht zu demonstrieren. (Bild Joe Widmer/Keystone)
«Den Frauen zu liebe – ein männlcihes JA»: Befürworterinnen des Frauenstimmrechts posieren am 26. Januar im Vorfeld der nationalen Abstimmung vom 7. Februar 1971 zum Frauenstimmrecht auf Bundesebene mit Ja-Plakaten in Zürich. (Bild: Keystone/Str)«Den Frauen zu liebe – ein männlcihes JA»: Befürworterinnen des Frauenstimmrechts posieren am 26. Januar im Vorfeld der nationalen Abstimmung vom 7. Februar 1971 zum Frauenstimmrecht auf Bundesebene mit Ja-Plakaten in Zürich. (Bild: Keystone/Str)
«Wenn Männerfäuste sich erheben, kann das Menschenrecht nie leben»: Am 1. März 1969 beteiligten sich über 5000 Frauen und Männer am «Marsch auf Bern», um für das Frauenstimmrecht zu demonstrieren. (Bild Joe Widmer/Keystone)«Wenn Männerfäuste sich erheben, kann das Menschenrecht nie leben»: Am 1. März 1969 beteiligten sich über 5000 Frauen und Männer am «Marsch auf Bern», um für das Frauenstimmrecht zu demonstrieren. (Bild Joe Widmer/Keystone)
27. April 1980: Frauen stehen ausserhalb des Rings und beobachten den Verlauf der Landsgemeinde von Appenzell Innerrhoden. Sie waren noch nicht stimmberechtigt. (Bild: Keystone/Str)27. April 1980: Frauen stehen ausserhalb des Rings und beobachten den Verlauf der Landsgemeinde von Appenzell Innerrhoden. Sie waren noch nicht stimmberechtigt. (Bild: Keystone/Str)
Am 1. März 1969 beteiligten sich über 5000 Frauen und Männer am «Marsch auf Bern», um für das Frauenstimmrecht zu demonstrieren. (Bild Joe Widmer/Keystone)Am 1. März 1969 beteiligten sich über 5000 Frauen und Männer am «Marsch auf Bern», um für das Frauenstimmrecht zu demonstrieren. (Bild Joe Widmer/Keystone)
«Der einsichtige Schweizer verzichtet nicht auf unsere Mitarbeit!»: Ein friedlicher Demonstrationszug von Frauen auf dem Lindenhof in Zürich am 1. Februar 1962. (Bild: Keystone/Str)«Der einsichtige Schweizer verzichtet nicht auf unsere Mitarbeit!»: Ein friedlicher Demonstrationszug von Frauen auf dem Lindenhof in Zürich am 1. Februar 1962. (Bild: Keystone/Str)
Am 1. März 1969 beteiligten sich über 5000 Frauen und Männer am «Marsch auf Bern», um für das Frauenstimmrecht zu demonstrieren. (Bild Joe Widmer/Keystone)Am 1. März 1969 beteiligten sich über 5000 Frauen und Männer am «Marsch auf Bern», um für das Frauenstimmrecht zu demonstrieren. (Bild Joe Widmer/Keystone)
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30 Jahre Frauenstimmrecht im Kanton Appenzell Ausserrhoden

(sda)

Politikerinnen, Politiker und Prominente hatten jahrelang für die politische Gleichberechtigung der Frauen in Ausserrhoden gekämpft. Dennoch wurde die Abstimmung an der Landsgemeinde in Hundwil zur Zitterpartie: Mit knappem Mehr stimmten die Ausserrhoder Männer Ja.

Es sei ein «grossartiger, erhabener Moment» gewesen, erinnert sich heute Aline Auer, die an vorderster Front für das Frauenstimmerecht in Ausserrhoden gekämpft hatte. Einige Männer seien nach dem äusserst knappen Ja vom Landsgemeindeplatz in Hundwil davongelaufen, sagt die 69-Jährige.

Nachher sei es mit der Frauensache «in grossen Schritten vorwärts gegangen». 1990 wurden zwei Frauen in die damals noch siebenköpfige Ausserrhoder Regierung gewählt. Auch im Kantonsrat waren die Frauen rasch sehr gut vertreten. Das ist bis heute so geblieben.

Erstmals nehmen an der Ausserrhoder Landsgemeinde in Trogen AR im April 1990 auch Frauen teil. Ein Jahr zuvor hatten die Ausserrhoder Männer an der denkwürdigen Landsgemeinde in Hundwil das Frauenstimmrecht beschlossen. (Bild: KEYSTONE/STR)

Erstmals nehmen an der Ausserrhoder Landsgemeinde in Trogen AR im April 1990 auch Frauen teil. Ein Jahr zuvor hatten die Ausserrhoder Männer an der denkwürdigen Landsgemeinde in Hundwil das Frauenstimmrecht beschlossen. (Bild: KEYSTONE/STR)

Erfolglose Anläufe seit 1970

Vor dem historischen Entscheid von 1989 hatte sich die Ausserrhoder Landsgemeinde zwischen 1970 und 1984 fünf Mal gegen das Frauenstimmrecht ausgesprochen. 1972 wurde zwar die Möglichkeit des Frauenstimmrechts auf Gemeindeebene gutgeheissen, das kantonale Stimmrecht aber gleichzeitig abgelehnt.

1976 und 1979 schickten die Ausserrhoder zwei weitere Initiativen bachab. Und 1984 sagte die Landsgemeinde Nein zu einer Urnenabstimmung über das kantonale Frauenstimmrecht.

An der Landsgemeinde Ende April 1990 in Trogen durften die Frauen dann erstmals im Ring mitentscheiden. Das Bild änderte sich wenig, die Frauen machten die Landsgemeinde etwas bunter, und das traditionelle Landsgemeindelied ertönte in neuer, zweistimmiger Fassung.

Ende der Landsgemeinde

Acht Mal fand die Ausserrhoder Landsgemeinde mit Frauen und Männern statt. 1997 beschloss der Kanton in einer Urnenabstimmung die Abschaffung dieser direkt-demokratischen Tradition. Jenen Schritt bereuen einige Ausserrhoderinnen und Ausserrhoder bis heute.

Zum Lager der Landsgemeinde-Gegner gehörten SVP und SP, Frauenstimmrechtsgegner, aber auch Bürgerinnen und Bürger, die das Vertrauen ins politische System des Kantons verloren hatten. Ein Kritikpunkt war, dass nicht alle (etwa Kranke, Gebrechliche oder Ferienabwesende) an der Landsgemeinde teilnehmen konnten.

Appenzell Ausserrhoden war 1989 der zweitletzte Kanton, der das Frauenstimmrecht einführte. Nur der Nachbarkanton Innerrhoden verweigerte seinen Frauen die politische Gleichberechtigung noch länger. 1990 lehnten die Innerrhoder Männer an der Landsgemeinde in Appenzell das Frauenstimmrecht ab.

Machtwort aus Lausanne

Aber noch im gleichen Jahr wurde dem kleinsten Schweizer Kanton das Frauenstimmrecht von oben verordnet. Das Bundesgericht hiess eine staatsrechtliche Beschwerde gut: Das reine Männerstimm- und -wahlrecht verletze die von der Bundesverfassung garantierte Gleichberechtigung von Frau und Mann, stellte es fest.

Im Gegensatz zu Ausserrhoden hielt Innerrhoden an der Tradition der Landsgemeinde fest. Der Kanton erneuerte schrittweise seine Verfassung und führte unter anderem 1994 die Gewaltentrennung zwischen Standeskommission (Regierung) und Grossem Rat (Parlament) ein.

Immer an vorderster Front dabei war Aline Auer aus Teufen AR. Im Interview spricht die heute 69-Jährige über die damalige Stimmung, die Widerstände und was der Sieg aus heutiger Sicht gebracht hat.

Vorausgegangen war ein langer Kampf der Frauen für ihre Rechte. Immer an vorderster Front dabei war Aline Auer aus Teufen AR. Mit Keystone-SDA sprach die heute 69-jährige über die damalige Stimmung, die Widerstände und was der Sieg aus heutiger Sicht gebracht hat.

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