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Vulkanisch brodelnder Mond umkreist fernen Planeten

Forschende der Universität Bern haben Hinweise gefunden, dass ein vulkanisch aktiver Mond einen Exoplaneten umkreist. Mond und Planet befinden sich ausserhalb des Sonnensystems in 550 Lichtjahren Entfernung von der Erde.
Ein Exoplanet im Sternbild Hase wird womöglich von einem extrem vulkanischen Mond umkreist. Darauf deuten grosse Mengen Natriumgas bei dem Planeten hin, die hier als gelbe Wolken dargestellt sind. (Illustration) (Bild: Thibaut Roger/Universität Bern)

Ein Exoplanet im Sternbild Hase wird womöglich von einem extrem vulkanischen Mond umkreist. Darauf deuten grosse Mengen Natriumgas bei dem Planeten hin, die hier als gelbe Wolken dargestellt sind. (Illustration) (Bild: Thibaut Roger/Universität Bern)

(sda)

Der Mond sei eine extreme Version des Jupitermonds Io, dem vulkanisch aktivsten Himmelskörper unseres Sonnensystems. Das vermutet das internationale Forschungsteam unter Berner Leitung anhand von theoretischen Vorhersagen und entsprechenden Beobachtungen. «Es wäre eine gefährliche, vulkanische Welt mit einer geschmolzenen Oberfläche aus Lava», liess sich Apurva Oza von der Universität Bern in einer Mitteilung derselben vom Donnerstag zitieren.

Der Forscher vergleicht den Mond, der den Exoplaneten Wasp 49-b umkreist, mit der Lava-brodelnden Welt im dritten Teil der «Star Wars» Filmreihe, wo sich zwei der Hauptfiguren den grossen Show-Down liefern. Jedoch sei der nun beschriebene Mond wahrscheinlich sogar noch exotischer als die Science-Fiction-Welt, denn er umkreise einen heissen Riesenplaneten, der innerhalb von knapp drei Tagen seinen Mutterstern umkreist, wie die Uni Bern schrieb.

Verräterische Natrium-Wolken

Die Erkenntnisse beruhen auf Indizien: Beim Exoplaneten Wasp 49-b, der sich im Sternbild Hase unterhalb des Orion befindet, stellten die Wissenschaftler ungewöhnliche Mengen an Natriumgas fest. «Das neutrale Natriumgas ist so weit vom Planeten entfernt, dass es höchstwahrscheinlich nicht bloss von einem planetaren Wind ausgestossen wird», erklärte Oza. Bereits 2006 hatten Forschende gezeigt, dass grosse Natriummengen bei Exoplaneten auf einen versteckten Mond oder Materiering hindeuten können.

Durch Berechnungen und Vergleich mit Beobachtungen vom Jupiter und seinem Mond Io schloss das internationale Forschungsteam, dass ein Io-ähnlicher Mond eine sehr plausible Erklärung für die grossen Natriummengen sein könnte. Das Natrium sei genau dort, wo es sein sollte, so Oza. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt «The Astrophysical Journal» berichten, kann ein kleiner Gesteinsmond durch extremen Vulkanismus sogar mehr Natrium und Kalium ins All schleudern als ein grosser Gasplanet.

Hundertprozentig sicher, dass es bei Wasp 49-b einen vulkanisch aktiven Mond gibt, können sich die Forschenden indes nicht sein, auch wenn es eine plausible Erklärung für die Beobachtungen wäre. Möglich wäre auch, dass der Exoplanet von einem Ring aus ionisiertem Gas umgeben ist. Es brauche daher weitere Hinweise und Beobachtungen, sagte Oza.

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