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Wasserspiegel im Lago Maggiore stieg in elf Tagen um drei Meter

Seit dem 26. Oktober ist die Sonnenstube Tessin ein Schüttstein. Der Dauerregen hat insbesondere den Pegelstand des Lago Maggiore rasch anschwellen lassen. Die Seepromenade in Locarno steht unter Wasser.
In nur elf Tagen ist der Seespiegel des Lago Maggiore um drei Meter gestiegen. Am Donnerstag schwappte er an einigen Stellen über die Ufer, vor allem in Locarno. (Bild: KEYSTONE/TI-PRESS/ALESSANDRO CRINARI)
«Wasserrad Fahren» auf einer überschwemmten Strasse in Locarno. (Bild: KEYSTONE/TI-PRESS/ALESSANDRO CRINARI)
Land unter auf einem Picknickplatz am Ufer des Lago Maggiore. (Bild: KEYSTONE/TI-PRESS/ALESSANDRO CRINARI)
Ein Kellner der Lungolago-Pizzeria watet mit einem rosa Flamingo über die überschwemmte Strasse in Locarno. (Bild: KEYSTONE/TI-PRESS/ALESSANDRO CRINARI)
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Wasserspiegel im Lago Maggiore stieg in elf Tagen um drei Meter

(sda)

Hochwasser am Lago Maggiore ist bei Südstaulagen nichts Aussergewöhnliches. Genau so typisch ist der rasche Anstieg des Pegelstands, wie Daniel Streit, Hydrologe beim Bundesamt für Umwelt (Bafu), auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA erklärte.

Am Lago Maggiore ist der Wasserstand laut einer Mitteilung von MeteoSchweiz innerhalb von elf Tagen um drei Meter hochgeschnellt. Zwei dieser drei Meter Unterschied füllten sich in gerade einmal vier Tagen auf.

Der See könne sogar innerhalb von nur 24 Stunden um einen Meter ansteigen, erinnert sich Streit. Das Gewässer habe mit den drei Flüssen Ticino, Maggia und Toce ein grosses Einzugsgebiet. Weiter begünstigen Steilheit und das Granitgestein einen schnellen Abfluss der grossen Wassermengen. Zudem habe es in den letzten zehn Tagen unglaubliche Mengen geregnet.

In den letzten zwei Wochen sind im Tessin zwischen 350 und 650 Millimeter Niederschlag gefallen, im Centovalli sogar 900 Millimeter. Das entspricht etwa der Regenmenge, die in Schaffhausen in einem Jahr fällt.

Von einem Extrem ins andere

Der Pegel des Lago Maggiore ist damit in Kürze von markant unterdurchschnittlichen auf deutlich überdurchschnittliche Werte gestiegen. Am 7. Oktober lag die Wasseroberfläche des Sees noch auf einer Meereshöhe von 192,30 Metern. In der Nacht auf Donnerstag erreichte er den Wert von 195,36 Metern.

Das ist knapp unter der Gefahrenstufe 3, bei welcher der Zivilschutz erste Vorbereitungen gegen Hochwasser trifft. Bis am Donnerstagnachmittag war der Pegel nur leicht gesunken (minus 6 Zentimeter). Punktuell sind einige wenige Zonen am See überflutet.

Vom Rekordniveau im Oktober des Jahres 2000 ist man noch weit entfernt. Am 17. Oktober 2000 war der Pegel auf das Allzeithoch von 197,54 Metern geklettert. Das war mit vier Metern über dem Normalpegel ein Jahrhundertrekord.

Aufgrund der vorhergesagten Niederschläge bis am Wochenende werden die Pegel der Seen laut der Prognose von MeteoSchweiz nur leicht sinken. Entspannung ist erst ab kommenden Dienstag in Aussicht. Dann soll auch im Tessin wieder ab und zu die Sonne scheinen.

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