Abgang nach 108 Länderspielen, 5 WM- und EM-Turnieren und 17 Titeln

Der Schweizer Internationale Stephan Lichtsteiner beendet seine Karriere. Dies gibt der Luzerner im Rahmen einer Medienkonferenz am Sitz des Schweizerischen Fussball-Verbandes in Muri bekannt.

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Dominique Blanc, der Präsident des SFV (rechts), überreicht Stephan Lichtsteiner an der Medienkonferenz in Muri ein Trikot mit der Anzahl Länderspiele. Zuvor wurde Lichtsteiner mit einem emotionalen Video verabschiedet
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Stephan Lichtsteiner freut sich über den Sieg gegen Serbien an der WM 2018. Nur Heinz Hermann (118) und Alain Geiger (112) haben mehr Länderspiele vorzuweisen als «Capitano» Lichtsteiner
Nach über 600 Spielen als Profi blickt Stephan Lichtsteiner in eine Zukunft abseits des Rasenvierecks
Als Captain war Stephan Lichtsteiner einer der wichtigsten Spieler im Team von Vladimir Petkovic
Zuletzt spielte Stephan Lichtsteiner für Augsburg in der deutschen Bundesliga
Granit Xhaka übergibt Stephan Lichtsteiner die Captain-Binde. Diese Szene gibt es künftig nicht mehr, Lichtsteiner hat seinen Rücktritt erklärt.
Mit Juventus Turin gewann Lichtsteiner - im Bild mit seiner Familie - 14 Titel

Dominique Blanc, der Präsident des SFV (rechts), überreicht Stephan Lichtsteiner an der Medienkonferenz in Muri ein Trikot mit der Anzahl Länderspiele. Zuvor wurde Lichtsteiner mit einem emotionalen Video verabschiedet

KEYSTONE/PETER KLAUNZER
(sda)

Zuletzt stand der 36-jährige Lichtsteiner in der Saison 2019/20 beim Bundesligisten Augsburg unter Vertrag. Zuvor war der 108-fache Schweizer Internationale bei den Grasshoppers (bis 2005), Lille (2005 bis 2008), Lazio Rom (2008 bis 2001), Juventus Turin (2011 bis 2018) und Arsenal (2018/19) engagiert gewesen.

Der rechte Aussenverteidiger spielte damit in vier der fünf Top-Ligen Europas. Mit Juventus Turin wurde er sieben Mal in Folge italienischer Meister. Insgesamt umfasst Lichtsteiner Palmarès 17 Titel - 14 davon mit Juventus.

Für die Schweiz absolvierte Lichtsteiner 108 Länderspiele. Mehr Einsätze haben nur Heinz Hermann (118) und Alain Geiger (112) vorzuweisen. Unter den Nationaltrainern Köbi Kuhn, Ottmar Hitzfeld und Vladimir Petkovic hat er insgesamt fünf WM- und EM-Endrunden bestritten - zuletzt 2016 und 2018 als Captain.

«Wenn man mehr als 100 Länderspiele für sein Land bestreiten darf, macht einen das stolz. Jedes einzelne Spiel war eine Ehre. Und jedes hat sich so angefühlt, als ob es in Sachen Nervosität das erste gewesen wäre», so Lichtsteiner.

Eine sechste Endrunde blieb Lichtsteiner wegen der Corona-Pandemie verwehrt. Die EM 2020 musste um ein Jahr verlegt werden. Lichtsteiner: «Der Plan wäre gewesen, nach der EM im Jahr 2020 zurückzutreten. Nach dem Entscheid der UEFA, die EM auf 2021 zu verschieben, wurde mir klar, dass der Zeitpunkt gekommen ist und ich nicht noch ein Jahr anhängen wollte.»

Wie seine Zukunft aussieht, weiss Lichtsteiner noch nicht im Detail. «Ich will zweigleisig fahren.» Er suche Herausforderungen im Wirtschaftsbereich, so Lichtsteiner. Er absolviert aber auch Trainerkurse und möchte die entsprechenden Diplome erlangen.