Advantage Dominic Thiem

Den Final des Tennis US Open in Flushing Meadows bestreiten am Sonntagabend der Österreicher Dominic Thiem (ATP 3) und der Deutsche Alexander Zverev (ATP 7).

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Im Halbfinal gegen Daniil Medwedew nützte Thiem (in rot) seine Chancen viel besser als der Russe, der in den Sätzen 2 und 3 jeweils einen Satzball vergab
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Dominic Thiem steht am US Open zum vierten Mal in einem Grand-Slam-Final
Seine ersten drei Grand-Slam-Finals verlor er zweimal in Paris gegen Rafael Nadal und zuletzt im Januar in Australien gegen Novak Djokovic
Holt Dominic Thiem am Sonntagabend (ab 22.15 Uhr) gegen den Deutschen Alexander Zverev seinen ersten Major-Titel?

Im Halbfinal gegen Daniil Medwedew nützte Thiem (in rot) seine Chancen viel besser als der Russe, der in den Sätzen 2 und 3 jeweils einen Satzball vergab

KEYSTONE/EPA/JASON SZENES
(sda)

Für den Final vom Sonntag (Spielbeginn 22.15 Uhr) bedeutet das: Advantage (Vorteil) Dominic Thiem. Der 27-jährige Wiener Neustädter steht zum vierten Mal in einem Grand-Slam-Final. Die ersten drei verlor er gegen Rafael Nadal (zweimal in Roland-Garros) und zuletzt im Januar am Australian Open gegen Novak Djokovic.

Alexander «Sascha» Zverev steht hingegen erstmals bei einem Major-Turnier im Final. Bislang gab es neun Direktduelle zwischen den befreundeten Thiem und Zverev. Sieben (und die letzten drei) Duelle gewann der Österreicher. Dominic Thiem gewann auch die ersten drei Begegnungen an Grand-Slam-Turnieren, zuletzt im Halbfinal des Australian Open 2020 mit 3:6, 6:4, 7:6, 7:6.

Medwedews Chancen

Die grosse Chance auf den ersten grossen Titel begrub am Halbfinaltag der Russe Daniil Medwedew selber. Im hochklassigen zweiten Halbfinal nützte der Moskauer seine Chancen nicht. Nur den ersten Satz verlor Medwedew klar und deutlich (2:6). In den Sätzen Nummern zwei und drei befand sich jeweils lange der Russe im Vorteil. Im zweiten Satz führte Medwedew 5:3 und 30:0. Im Tiebreak erspielte er sich beim Stand von 6:5 einen Satzball.

Im dritten Satz führte Medwedew sogar 3:0, 4:1 und 5:2. Beim Stand von 5:4 und eigenem Aufschlag vergab er erneut einen Satzball. Im neuerlichen Tiebreak leistete sich Medwedew einen Fehlstart (1:5); Dominic Thiem nützte nach 2:56 Stunden seinen zweiten Matchball.

Medwedew scheiterte in Flushing Meadows also wieder auf dramatische Art und Weise - wenn auch nicht ganz so verrückt wie vor einem Jahr im Final gegen Rafael Nadal, als er im Final einen 0:2-Satzrückstand aufholte und sich erst nach packenden fünf Sätzen geschlagen gab. Vor dem Halbfinal gegen Thiem hatte Medwedew als einziger am US Open noch keinen Satz abgegeben.

Carreño Busta angeschlagen

Derweil Medwedew an einem überragenden Gegner scheiterte, wurde der Spanier Pablo Carreño Busta nicht nur von Gegner Alexander Zverev, sondern auch von Rückenproblemen ausgebremst. Carreño Busta gewann gegen Zverev die ersten zwei Sätze mit 6:3, 6:2, wobei der Deutsche vier dieser fünf Games erst gewann, als die Sätze (bei 1:5 und 0:5) eigentlich schon gelaufen waren.

Aber Zverev steigerte sich nach den ersten beiden Sätzen markant - und profitierte davon, dass beim Gegner der Rücken zu zwicken begann. Der Spanier konnte ab dem vierten Satz nur noch sehr eingeschränkt aufschlagen. Insbesondere die zweiten Aufschläge schob Carreño Busta ohne Schuss ins Feld. Carreño Busta liess sich am Rücken behandeln. Aber Zverev drückte gegen den angeschlagenen Gegner den letzten drei Sätzen bis zum 3:6, 2:6, 6:3, 6:4, 6:3 den Stempel auf.

Pablo Carreño Busta scheiterte nach 2017 zum zweiten Mal in den Halbfinals des US Open. Vor drei Jahren unterlag er dem Südafrikaner Kevin Anderson in drei Sätzen, der seinerseits als der am schlechtesten klassierte US-Open-Finalist der Profi-Ära (als Nummer 32 der Welt) im Final damals gegen Nadal chancenlos blieb. «Die neuerliche Halbfinalniederlage ist die viel grössere Enttäuschung», so Carreño Busta, denn «diesmal bot sich in New York natürlich die viel grössere Chance auf den Titelgewinn».

Carreño Busta will seine starke Form nützen und trotz aller Strapazen auch nächste Woche in Rom auf Sand an den Start gehen. Er verlässt New York am Samstag und fliegt direkt nach Italien, wo er am Sonntagvormittag ankommt. Im Rom muss er sich 24 Stunden lang im Hotelzimmer in Quarantäne begeben. Um die Spielbewilligung zu erhalten muss Carreño Bosta auch in Italien wieder einen negativen Corona-Test abgeben.