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Alte Gold-Favoriten, neuer WM-Gastgeber

Ab Freitag gastiert die Eishockey-Elite für zweieinhalb Wochen und zum ersten Mal für eine WM auf höchstem Level in Dänemark. Der Titelkampf ist besser besetzt als das Olympia-Turnier im Februar.
Als Titelverteidiger startet Schweden zur Eishockey-WM in Dänemark. "Tre Kronor" gehört zusammen mit Kanada und Olympiasieger Russland auch dieses Mal wieder zu den Favoriten (Bild: KEYSTONE/AP/MARTIN MEISSNER)

Als Titelverteidiger startet Schweden zur Eishockey-WM in Dänemark. "Tre Kronor" gehört zusammen mit Kanada und Olympiasieger Russland auch dieses Mal wieder zu den Favoriten (Bild: KEYSTONE/AP/MARTIN MEISSNER)

(sda)

Ab Freitag gastiert die Eishockey-Elite für zweieinhalb Wochen und zum ersten Mal für eine WM auf höchstem Level in Dänemark. Der Titelkampf ist besser besetzt als das Olympia-Turnier im Februar.

Anders als in Pyeongchang sind die NHL-Profis - zumindest jene, die mit ihren Teams in den Playoffs bereits ausgeschieden sind - für das Turnier in Kopenhagen und Herning dabei. Die sportliche Ausgangslage verändert sich deshalb nicht gross. Die Favoriten sind dieselben wie an jedem grossen Turnier.

Angeführt von Olympiasieger Russland, Kanada und Titelverteidiger Schweden, werden in erster Linie die Top 6 der Weltrangliste eine der drei Medaillen für sich beanspruchen. Die Russen lösten zwischen Olympia und WM den gemäss eigenen Angaben "amtsmüden" Erfolgstrainer Oleg Snarok ab. Sein (interimistischer) Nachfolger Ilja Worobjew setzt auf 14 Olympiasieger und 6 NHL-Profis.

Schweiz die letzte WM-Überraschung

Nur selten kann eine andere Mannschaft in die Phalanx der Weltbesten eindringen. Das letzte Team, das dies an einer WM geschafft hat, war vor fünf Jahren in Stockholm die Schweiz. Auch für den überraschenden Olympia-Zweiten Deutschland dürfte es schwierig werden, eine neuerliche Überraschung zu schaffen. Auf 15 Silberhelden von Südkorea muss Trainer Marco Sturm verzichten.

Für Deutschland wie die Schweiz geht es zusammen mit allen anderen Equipen hinter den sechs Topteams in erster Linie darum, die Viertelfinals zu erreichen. Die ersten Anwärter auf den Abstieg sind die Aufsteiger Österreich (aus der Schweizer Gruppe) und Südkorea, das erstmals an einer A-WM teilnimmt.

Vorfreude in Dänemark

Vor einem Jahr in Paris erreichten die (neben Deutschland zweiten) Gastgeber aus Frankreich beinahe die Viertelfinals. Auf eine ähnliche Euphorie, wie sie die Franzosen am Schluss in Paris entfacht haben, hoffen auch die Dänen. Das Eishockey in Dänemark befindet sich seit einigen Jahren im Aufschwung, in der jüngeren Vergangenheit haben es die Nordländer sogar zweimal unter die ersten acht geschafft, 2010 in Deutschland und 2016 in Russland.

Ungewöhnlich für eine WM ist, dass die Dänen als Gastgeber nicht im WM-Hauptspielort Kopenhagen spielen, sondern in der dänischen Eishockey-Hochburg Herning. Das hat unter anderem kommerzielle Gründe; die etwas grössere Arena in Kopenhagen dient den Schweden quasi als Heimstadion.

Dank der Öresund-Brücke ist Kopenhagen weniger als eine halbe Stunde Autofahrt vom Süden Schwedens entfernt. Entsprechend werden zahlreiche Fans der "Tre Kronor" in der dänischen Hauptstadt erwartet. Die Vorfreude in Dänemark jedenfalls ist gross. Diese Woche verkündeten die Organisatoren voller Stolz, dass sie bereits mehr als die avisierte Anzahl Tickets (300'000) verkauft haben.

Hoffen auf Ehlers junior

Das nördliche Nachbarland spielt auch sonst eine grosse Rolle für das dänische Eishockey. Nationaltrainer ist der Schwede Janne Karlsson, der 2006 als Assistent von Bengt-Ake Gustafsson Schweden zu Olympia- und WM-Gold geführt hat.

Zum dänischen Trainerteam gehört auch der Einheimische Heinz Ehlers, der Trainer der SCL Tigers. Die dänischen Fans setzen zudem auf Ehlers' Sohn Nikolaj, der bei einem Ausscheiden der Winnipeg Jets aus den NHL-Playoffs möglichst rasch zum Team stossen soll. Der ehemalige Junior des EHC Biel war zuletzt der erfolgreichste Export des dänischen Eishockeys.

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