An den nächsten Ligaversammlungen geht es auch um Lohnobergrenzen

In der Schweiz arbeitet die Eishockey-Liga an einem Salary Cap. Selbst in der Fussball-Bundesliga wird eine Gehaltsobergrenze zum Thema. Der Sport sucht während der Coronavirus-Krise neue Wege.

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In der Zeit von Geisterspielen suchen Team-Sportarten nach neuen Wegen

In der Zeit von Geisterspielen suchen Team-Sportarten nach neuen Wegen

KEYSTONE/ADRIEN PERRITAZ
(sda)

Im amerikanischen Profisport haben sich Klubs, Spielergewerkschaften und Fans längst an den Salary Cap gewöhnt. In Europa galt aber bislang: Die Beschränkung der Löhne galt als zu schwerer Eingriff in die freie Marktwirtschaft, die Ligen dürfen den Klubs nicht vorschreiben, wie viel Geld sie für Löhne ausgeben dürfen.

Aber in den Zeiten, in denen auf Teufel komm raus gespart werden muss, verändern sich die Blickwinkel. Im Schweizer Eishockey soll die Möglichkeit eines Salary Caps (mit einer Übergangsfrist von mindestens drei Jahren) an den nächsten Ligaversammlungen im Juni und August diskutiert und allenfalls beschlossen werden. Und selbst die Fussball-Bundesliga studiert an derartigen Lösungen herum. Es sei «nicht ausgeschlossen, dass man einen neuen Anlauf nimmt», sagte Karl-Heinz Rummenigge (64), der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München in einem TV-Interview.

Der Davoser Eishockey-Präsident Gaudenz Domenig (63), ein renommierter Wirtschaftsanwalt, hält eine Gehaltsobergrenze für «machbar und durchsetzbar». Rummenigge indessen ruft in Erinnerung, dass im Fussball Michel Platini zu seiner Zeit als UEFA-Präsident in dieser Angelegenheit diverse Male bei der EU in Brüssel vorgesprochen hat. Rummenigge: «Leider hat sich Platini dabei immer eine blutige Nase geholt, obwohl alle grossen Klubs in Europa die Idee unterstützt haben. Man teilte Platini jeweils mit, eine derartige Regelung sei nicht in Einklang zu bringen mit den Wettbewerbsgesetzen in Europa. Ob die Situation heute anders ist, ist schwer zu bewerten.»

Klar ist: Wenn der Salary Cap im europäischen Sport eine Chance hat, dann jetzt. Wenn es die Klubs im Moment der grössten Krise nicht schaffen, eine Gehaltsobergrenze einzuführen, dann werden sie es wohl niemals schaffen.