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Starkes Resultat für WM-Debütantin Andrea Ellenberger

Die Schweizerinnen gehen beim WM-Riesenslalom in Are leer aus. Als beste klassiert sich die Nidwaldnerin Andrea Ellenberger auf Rang 10. Gold gewinnt die Slowakin Petra Vlhova.
Andrea Ellenberger aus Hergiswil NW während des ersten Laufs in Are. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone, Are, 14. Februar 2019)

Andrea Ellenberger aus Hergiswil NW während des ersten Laufs in Are. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone, Are, 14. Februar 2019)

(sda) Ellenberger verbesserte sich im Finaldurchgang unter Flutlicht dank ihrer Risikobereitschaft und trotz eines Fehlers noch um acht Positionen in den 10. Rang. So gut war die 25-jährige Hergiswilerin in ihren bislang erst elf Weltcup-Rennen noch nie klassiert gewesen.

Rund 20'000 Franken kostete letzten Sommer der lange Südamerika-Aufenthalt, den Ellenberger auf sich nahm, um dem Winter zu folgen und Rennen fahren zu können. Dies tat sie mit solchem Erfolg, dass auch der Verband wieder aufmerksam wurde auf sie, die im Frühjahr 2016 aus den Kadern geflogene Athletin. Die Innerschweizerin nahm zudem selbst Kontakt auf mit Cheftrainer Beat Tschuor, um zu erfahren, was sie leisten müsse, um wieder ins Team zurückzukommen. So durfte Ellenberger nach der Rückkehr aus Argentinien einen Tag mit den Europacup-Fahrerinnen trainieren, danach folgten aufgrund der guten Leistungen umgehend Einheiten mit dem Weltcup-Team und schliesslich das Aufgebot für den Saisonauftakt in Sölden. «Die Türen von Swiss-Ski standen mir offen, und ich wurde gut aufgenommen», so Ellenberger.

Ab April wieder Kader-Status

Nach zwei Kreuzbandrissen und einer Rückenoperation, bei welcher ein Rückenwirbel versteift wurde, spielt die Gesundheit bei Ellenberger wieder mit. Im kommenden April, das garantieren die bisherigen Resultate, wird sie auch wieder Aufnahme (wohl) ins B-Kader von Swiss-Ski finden. Das wird aber keineswegs dazu führen, dass sich die Nidwaldnerin zurücklehnen wird. Sie habe klar Ambitionen auf mehr, so die WM-Zehnte im Riesenslalom, «schliesslich ist der Abstand nach vorne recht gross (2,42 Sekunden, Anmerkung der Redaktion) und sind immer noch neun Fahrerinnen vor mir klassiert».

Weniger gut lief es den zwei weiteren im Einsatz stehenden Schweizerinnen. Wendy Holdener lag als Zehnte schon nach dem ersten Lauf 1,75 Sekunden zurück. Am Abend fiel die Doppel-Weltmeisterin von Are gar noch um weitere fünf Positionen in den 15. Rang zurück.

Die Topfavoritin überflügelt

Sonja Nef hatte vor 18 Jahren in St. Anton Gold und gleichzeitig die bisher letzte Schweizer WM-Medaille im Riesenslalom der Frauen errungen. Von Holdener hatte man sich erhofft, dass sie in Are nach Gold in der Kombination und im Team-Wettbewerb auch im Riesenslalom zuschlagen und es erstmals in dieser Disziplin in die Top 3 bringen könnte. Es blieb beim Wunsch. «Häufig war ich zu spät dran, und kurz vor dem Ziel habe ich es endgültig verbockt», bilanzierte Wendy Holdener zwischen den beiden Durchgängen.

Wendy Holdener war letztlich nicht einmal beste Schweizerin. Diese Ehre gebührte der WM-Debütantin Andrea Ellenberger, die sich als Zehnte unerwartet gut schlug. Eine noch bessere Klassierung verpasste die Nidwaldnerin durch einen zeitraubenden Fehler im untersten Abschnitt des ersten Laufes. Im Weltcup war der 11. Rang des Vormonats in Kronplatz ihr bestes Resultat.

Lara Gut-Behrami, die schon den ganzen Winter im Riesenslalom Mühe bekundet hatte, konnte auch in Are nicht überzeugen und musste sich mit Platz 21 bescheiden.

Grenzwertige Fahrbedingungen

Die Deutsche Viktoria Rebensburg, die Olympiasiegerin von 2010, schien auf dem Weg zum Sieg. Vier Zehntel lag sie als Führende nach dem ersten Lauf bei der letzten Zwischenzeit vor Petra Vlhova, doch es reichte nicht. Sie durfte sich aber damit trösten, Deutschland die erste Medaille der WM in Are beschert zu haben.

14 Hundertstel sprachen schliesslich für die Slowakin, die den Schlussabschnitt absolut grossartig gefahren war. In der Kombination, in der sie hinter Wendy Holdener Zweite geworden war, hatte sie als erste Slowakin eine Einzel-Medaille gewonnen. Nun gewann sie als erste Fahrerin ihres Landes gar einen WM-Titel. Der Top-Favoritin Mikaela Shiffrin, der aktuellen Olympiasiegerin, blieb nur Bronze.

Die Bedingungen waren ein weiteres Mal grenzwertig. Gegenüber der ersten WM-Woche war es rund 25 Grad wärmer, Regen hatte vor dem Rennen die Piste aufgeweicht. Zudem herrschte unregelmässiger und teils starker Wind. Gefahren wurde deshalb - in Are hat man sich daran schon gewöhnt - auf einer verkürzten Strecke ab Reserve-Start.

Die Resultate am WM-Riesenslalom der Frauen

1. Petra Vlhova (SVK) 2:01,97. 2. Viktoria Rebensburg (GER) 0,14 zurück. 3. Mikaela Shiffrin (USA) 0,38. 4. Ragnhild Mowinckel (NOR) 0,50. 5. Federica Brignone (ITA) 0,87. 6. Tessa Worley (FRA) 1,09. 7. Sara Hector (SWE) 1,94. 8. Clara Direz (FRA) 2,21. 9. Coralie Frasse Sombet (FRA) 2,27. 10. Andrea Ellenberger (SUI) 2,42.

11. Frida Hansdotter (SWE) 2,43. 12. Katharina Liensberger (AUT) 2,49. 13. Marta Bassino (ITA) 2,56. 14. Ylva Staalnacke (SWE) 2,61. 15. Wendy Holdener (SUI) und Ricarda Haaser (AUT), je 2,70. 17. Alice Robinson (NZL) 2,78. Ferner: 21. Lara Gut-Behrami (SUI) 3,07.

Die besten Laufzeiten

1. Lauf: 1. Rebensburg 1:00,91. 2. Vlhova 0,19. 3. Mowinckel 0,37. 4. Shiffrin 0,44. 5. Worley 0,73. Ferner: 7. Brignone 0,95. 10. Holdener 1,75. 18. Ellenberger 2,14. 19. Gut-Behrami 2,34. 30. Robinson 3,27. - 98 Fahrerinnen gestartet, 88 klassiert.

2. Lauf: 1. Robinson 1:00,57. 2. Direz 0,19. 3. Vlhova 0,30. Ferner: 5. Brignone 0,41. 6. Shiffrin 0,43. 8. Mowinckel 0,62. 9. Rebensburg 0,63. 11. Ellenberger 0,77. 18. Gut-Behrami 1,22. 22. Holdener 1,44. - 59 Fahrerinnen gestartet, 54 klassiert.

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