Auch Thiem konnte Nadal nicht stoppen: 12. Titel für den Spanier

Rafael Nadal gewinnt zum zwölften Mal das French Open. Der 32-jährige Spanier setzt sich im Final gegen den Österreicher Dominic Thiem 6:3, 5:7, 6:1, 6:1 durch und steht nun bei 18 Major-Titeln.

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Ein überglücklicher Rafael Nadal küsst seinen wohlverdienten Pokal am French Open. (Bild: Srdjan Suki/EPA)

Ein überglücklicher Rafael Nadal küsst seinen wohlverdienten Pokal am French Open. (Bild: Srdjan Suki/EPA)

(sda)

So nahe ist Nadal dem Grand-Slam-Rekord von Roger Federer noch nie gekommen. Der 33-Jährige liegt nur noch zwei Titel hinter dem fast fünf Jahre älteren Schweizer. Zwei Drittel seiner Majors hat Nadal in Paris gewonnen, wo er seit seiner ersten Teilnahme fast unantastbar ist. Nur Robin Söderling und Novak Djokovic haben ihn in Roland Garros bezwungen. Der Versuch von Thiem, sich in diesen exklusiven Kreis zu spielen, scheiterte am Sonntagnachmittag in etwas mehr als drei Stunden - trotz einer lange Zeit hervorragenden Leistung.

Thiem verlor zum zweiten Mal in Folge den French-Open-Final gegen Nadal (Bild: KEYSTONE/EPA/CAROLINE BLUMBERG)
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Nach etwas mehr als drei Stunden Spielzeit konnte sich Nadal im Pariser Sand als Sieger auf den Rücken werfen (Bild: KEYSTONE/AP/MICHEL EULER)
Dominic Thiem leistete zwei Sätze lang starken Widerstand (Bild: KEYSTONE/AP/PAVEL GOLOVKIN)
Wie fast jedes Jahr seit 2005: Rafael Nadal holt sich die Coupe des Mousquetaires (Bild: KEYSTONE/EPA/SRDJAN SUKI)

Thiem verlor zum zweiten Mal in Folge den French-Open-Final gegen Nadal (Bild: KEYSTONE/EPA/CAROLINE BLUMBERG)

Der 25-Jährige bekundete in seinem zweiten French-Open-Final in Serie keine Startschwierigkeiten. Fast eine Stunde lang lieferte er sich mit Nadal eine Duell von phänomenaler Intensität und voller langer, umstrittener Ballwechsel. Das 6:3, das dank drei gewonnenen Games zum Ende hin, zustande kam, drückt in keiner Weise aus, wie umkämpft der Satz war. Thiem blieb auf Augenhöhe mit Nadal und schaffte im zweiten Satz im zwölften Game das einzige Break. Zuvor war ihm in diesem Umgang als Returnspieler nur ein Punkt gelungen.

Die Antwort von Nadal liess nicht auf sich warten. Als hätte er für einen solchen Fall einen höheren Gang in der Hinterhand behalten, steigerte er das Tempo, setzte Thiem aus allen Lagen unter Druck. Der Herausforderer war einige Minuten lang überfordert und verunsichert, machte Fehler, die er vorher nicht gemacht hatte. Es waren fatale Minuten für Thiem. Er gab 16 der ersten 17 Punkte im dritten Satz ab und lag innert kürzester Zeit entscheidend 0:4 zurück.

Thiem fand nie mehr richtig zurück in die Partie. Auch im vierten Satz geriet er früh entscheidend in Rückstand. Die kurzen Phasen, in denen er aufbegehrte, blieben unbelohnt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Widerstand des Weltranglisten-Vierten länger angehalten hätte, wenn er wie Nadal einen Tag Pause zwischen dem Halbfinal und dem Final gehabt hätte. Dass er in der Lage ist, den Sand-Dominator zu fordern, hat er schon bei verschiedenen Gelegenheit mit vier Siegen auf dieser Unterlage bewiesen. Und auch am Sonntag spielte er zwei Sätze lang grossartig auf.

Drei verlorene Sätze in drei Jahren

«Ich werde es nächstes Jahr wieder versuchen», versprach Thiem an der Siegerehrung. Vieles spricht dafür, dass irgendwann der zweite österreichische Major-Sieger nach Thomas Muster wird. Vorerst muss er aber zumindest in Roland Garros hinter Nadal anstehen, der in Paris der Konkurrenz in den letzten 15 Austragungen nur drei Coupe des Mousquetaires überlassen hat. Seine zwölf French-Open-Siege sind ein Grand-Slam-Rekord. Er übertraf damit die Australierin Margaret Court, die das Australian Open in den Sechziger- und Siebzigerjahren elfmal für sich entschieden hatte.

Bemerkenswert ist auch wie souverän er speziell die letzten drei French Open als über 30-Jähriger gewann: Insgesamt gab er nur drei Sätze ab. In diesem Jahr konnten nur David Goffin und Thiem ihn über vier Umgänge fordern. Den heikelsten Moment des gesamten Turniers erlebte er am Sonntag, als der Österreicher den Satzausgleich bewerkstelligte. Obwohl er im Vorfeld des Turniers keine überragende Sandsaison gespielt hatte, war er in Roland Garros wieder einmal eine Klasse für sich.